Swim Run: Wenn 2 Leidenschaften zu 1 werden

Laufen – Schwimmen – Laufen – Schwimmen – Laufen – Schwimmen – usw. Zwei Sportarten, für die ich brenne – seit meiner Kindheit. Mal war die eine dominanter, mal die andere… und seit diesem Sommer habe ich mich wieder beider verschrieben!

Im vergangenen Herbst stieß ich durch Zufall auf ein neues Veranstaltungsformat: den SwimRun – bzw. auf sein Original – den ÖtillÖ (die „Ironman“ Marke des SwimRuns). Zuerst dachte ich – ach, eine Neuauflage des Aquathlons. Doch weit gefehlt. Der SwimRun entstand – wie so viele Sportevents – aus einer Trinkwette. 2002 wollte der schwedische Hotelier Anders Malm seine drei Freunde herausfordern: wer als erstes 2er Team rund um die schwedische Insel – mit 4 Stops an vordefinierten Bars  – kommt, wird von den Verlierern eingeladen. Am nächsten Morgen starteten sie los… und brauchten für ihr Unterfangen satte 24 Stunden. Zum Feiern war ihnen danach nicht mehr. Es dürfte ihnen trotzdem gefallen haben und so versuchten sie es im Jahr danach nochmals. Vier Jahre später kreierten sie daraus ein öffentliches Event. In den ersten Jahren mit gerade einmal 11 Teams, von denen es nur jeweils zwei ins Ziel schafften.

Ziel ist es laufend und schwimmend möglichst schnell von einem Punkt zum nächsten zu kommen. Es geht querfeldein. Es wird mit Neoprenanzügen gelaufen und mit Laufschuhen geschwommen. Die unterschiedlichsten Hilfsmittel wie Paddles und Pullbuoys sind erlaubt. Eine standardisierte Distanz gibt es nicht – auch keine Vorgaben für Höhenmeter oder Aufsplitterung der Lauf-Schwimmdistanz. Veranstalter legen viel eher Wert auf eine reizvolle und zugleich herausfordernde Umgebung.

Heute sind SwimRuns aus der schwedischen Sportszene nicht mehr wegzudenken, erfreuen sich rund um die Welt immer größerer Beliebtheit und blieben trotzdem eine bodenständige, offene Truppe. Neben der ÖtillÖ Serie gibt es mittlerweile zahlreiche andere Events. Dominiert wird diese Sportart vor allem von Schwedischen Athleten – und diese kommen meist aus dem Schwimmsport – manche haben ihre Wurzeln im Triathlon.

Doch wer glaubt, SwimRuns sind eine Spaßpartie – der irrt. Unabhängig, wie lange die Distanz ist. Vor allem niedrige Wassertemperatur, Wellengang im offenen Meer und der ständige Wechsel zwischen horizontaler und senkrechter Körperlage können zu einer großen Herausforderung werden. Hinzu kommt, dass man in 2er Teams unterwegs ist. Während des gesamten Rennens dürfen die beiden Athleten nicht weiter als 10 Meter voneinander entfernt sein.

Das Training

Somit ist nicht nur Ausdauertraining angesagt, sondern auch das Bewegen mit dem Seil, mit dem die Partner verbunden sind, und alle anderen technischen Geräten. Da ich es gewohnt war, viel aus den Beinen zu schwimmen, musste ich mich zwingen ausschließlich aus den Armen zu arbeiten. Das machte ich mit Paddels in den unterschiedlichsten Größen. Ebenso wurde der Pullbuoy vermehrt zu meinem Begleiter… auch wenn das beim Schwimmen mit Neo schwerfällt.

Einstieg…

Besonders lustig wird es beim Koppeltraining. Ich begann mit einem Lauf zum See, sprang ins Wasser und schwamm eine Runde, zog mich um und lief wieder nach Hause. Aber auch das Laufen im Neo bzw. das häufigere Wechseln musste genauso geübt werden, wie das Schwimmen mit den Schuhen. Und so überwand ich mich eines morgens und lief am Ufer des Wörthersees mit dem Neo, sprang ins Wasser, wieder raus zum Laufen usw. Die Fischer schüttelten nur die Köpfe und die Spaziergänger wussten nicht so recht, ob sie jetzt die Irrenanstalt anrufen sollten.

Laufender Neopren am Wörthersee 😉

Anyway – schon alleine das Training machte großen Spaß – vor allem bot es wunderbare Abwechslung. Einen Tag Schwimmen – 2 Tage Laufen – und dann ab und dann noch Stabis.

Da mein SwimRun Partner Olli in Berlin lebt, kamen wir leider nur zwei Mal zum gemeinsamen Schwimmen. Er ist in beiden Disziplinen doch etwas stärker als ich, aber er versuchte sich trotzdem auf mich einzustellen – was ich ihm wirklich hoch anrechne! Aber das ist eben SwimRun.

2017.06.26 First Swim-Training from horstvonbohlen on Vimeo.

So – und nach gut zwei Monaten mehr oder weniger intensiven Vorbereitung wurde es ernst. Der 1000 Seen ÖttilÖ Sprint wartete…

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