GESCHAFFT: das war der 1. Rosengarten Skymarathon

In den letzten Monaten hatte ich sportlich ein großes Ziel: mich auf den Rosengarten Schlern Skymarathon vorzubereiten, um ihn (einfach) zu finishen. 45KM – knapp 3.000 Höhenmeter – und mehrheitlich über 2.000m Seehöhe. Ein ambitioniertes Unterfangen für eine gebürtige Flachländerin… ABER: Ziele braucht der Mensch und an Herausforderungen wächst man.

Am 8. Juli war es dann so weit: Punkt 7:30 fiel bei traumhaften Sommerwetter der Startschuss. Gemeinsam mit rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der ganzen Welt packte ich die Sache an.

8.5 Stunden später lief ich in Tiers durchs Ziel. Ein Erlebnis, von dem ich keine Sekunde bereue oder vermissen möchte. Es wurde zu einer unvergesslichen Lauf“Reise“ durch die traumhafte Landschaft des Rosengartens und des Schlern. Ich landete keinen Podestplatz, ich war nicht unter den Top 10 – doch das ist mir völlig gleichgültig… ich habe es geschafft… ich habe mich SEHR anstrengend, doch keine Minute kam mir der Gedanke „Warum ich mir denn das antue“. Im Gegenteil… ich genoss es einfach. Und meine Mitstreiter waren allesamt einfach nur der Hammer.

Für das Online Laufmagazin Laufreport.de fasste ich diesen Tag in einem Rennbericht zusammen… bitte einfach hier hinein schmökern. In diesem Blogpost möchte ich euch vielmehr die besonderen Eckpunkte erzählen, die diesen Lauf für mich so speziell machten.

  • Die Strecke: Sie ist hart – aber hat gibt mit dank der einzigartigen Bergwelt alles 10fach zurück. Es geht über saftige Almen, vorbei an urigen Alm- und Berghütten, entlang alpiner Trails, harten Geröllpassagen, einsamen Steinformationen und gewaltigen Schluchten. Weiters: eine durchgehende, perfekte Beschilderung… es gab nicht einen Winkel, an dem man sich verlaufen hätte können.
  • Die Menschen: das OK-Team, die Einwohner von Tiers – sie alle ziehen an einem Strang und arbeiten mit Leidenschaft mit. Sei es bei der Startnummernausgabe, den Labestationen, dem Festgelände und wo sonst noch hinter den Kulissen.
  • Die Mitstreiter: es ist eben ein Traillauf. Jeder hilft jeden… So etwa Elisabeth, wir liefen über lange Zeit gemeinsam, warteten aufeinander… und blieben gemeinsam stehen, als ein Läufer mit schweren Krämpfen zusammenbrach und ich die Rettung rief. Es ging alles sehr entspannt her…
  • Die Organisation: von A-Z war alles sehr gut organisiert. Mein einziger Verbesserungsvorschlag: Salziges an den Labestellen.
  • Apropos Verpflegung: am Start gab es Getränke, an den Verpflegungsstellen wurden Wassermelonen, Bananen, Trockenfrüchte und Kekse gereicht. Zum Trinken gab es Wasser, Iso und Cola. Und das in großen Mengen. Im Ziel wartet dann auf jeden Teilnehmer ein Gericht der Wahl: von Grillhendl, zu dem ich griff, bis hin zu Pasta oder Wiener Schnitzel. Ich bin mir sicher, jeder hat das Passende für sich gefunden.
  • Die Unterkunft: wir wohnten im Hotel Paradies… direkt im Zentrum von Tiers, 50m vom Rennbüro, 100m vom Zielbereich und Abfahrtsort zum Start in St. Zyprian… besser ging es wirklich nicht. Zudem wurden uns Läufern die Wünsche von den Augen gelesen. Besondere Wohltat: das Schwimmbad, wo ich meine müden Beine am Sonntag morgen verwöhnte.

Was mir leicht fiel:

  • ich war erstaunt, dass es mir bei den langen Berganpassagen so gut ging. Obwohl ich durch meine vielen Reisen im 1. Halbjahr relativ wenig in den Bergen laufen konnte.
  • Auch die Höhe machte mir nichts aus… was wohl an der Akklimatisierung auf der Pralongia lag 🙂 Vier Tage vor dem Rennen auf über 2.100m Seehöhe zu verbringen, macht mehr als Sinn!
  • Ohne Gel oder sonstigen „artificial“ Ernährung auszukommen. Dattelriegel, Salztabletten und Wasser langten (fast) 😉 Bei der letzten Labe griff ich dann doch noch zu einem großen Cola, dass mir den letzten Push für die finale Bergabpassage gab.

Trotzdem – ich musste mich ab und dann quälen und die Zähne zusammenbeißen. Als ich endlich am Ziel war, dachte ich: NIE WIEDER!

Heute denke ich…

Was ich beim nächsten Mal sicher anders mache:

  • Ich lege beim meiner Vorbereitung noch mehr Augenmerk aufs Bergab laufen… oh mein Gott! Vom Schlern hinunter durch die Schlucht… das waren nicht nur über 900 negative KM auf nicht mal 5K, sondern unglaubliche Schmerzen.
  • Früher zu essen… 😉

Ja, ich möchte bald wieder einen Bergmarathon laufen… und ich kann mir sehr gut vorstellen, den Rosengarten Schlern Skymarathon nochmals zu bestreiten… Ich kann ihn euch nur empfehlen, wenn ihr Abenteuer, Naturgenuss und eine gehörige Portion Herausforderung sucht 🙂

Als kleiner Vorgeschmack, eine filmische Zusammenfassung von Horst… DANKE dafür!

 

Rosengarten Schlern Sky Marathon from horstvonbohlen on Vimeo.

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