261: Frauen laufend Mut machen

Laufen – darum dreht sich viel in meinem Leben. Allen voran ist es mein Ventil, mein Ausgleich, meine große Leidenschaft. Aber es ist auch mein Beruf geworden.

Nein, ich bin keine Profiathletin, die alles nach ihrem Training ausrichtet. Ich motiviere andere Menschen Freude an dieser Bewegungsform zu finden, zu erleben – und das auf verschiedenen Ebenen. Als Sportjournalistin oder als Trainerin.

Und dann ist da noch 261 Fearless

Dieses globale soziale Frauen Laufnetzwerk beschäftigt mich bereits seit einigen

Kick Off Club 261 in Klagenfurt

Jahren. Los ging es 2012 mit dem Club 261 in Klagenfurt. Frauen durch Laufen mutiger machen und global miteinander vernetzen – lautet seither das Ziel. Heute gibt es 261 Frauenlaufclubs auf drei Kontinenten und dazu kommen weitere spannende Projekte von Frauen für Frauen rund um die Zahl 261. Im Gegensatz zu vielen anderen Laufaktionen geht es bei 261 um eine soziale Plattform, bei der Leistungsdruck und Vergleiche keine Bedeutung haben. Gleich, ob Anfängerin oder erfahrene Läuferin – jede ist gleich wertvoll!

Diesen Aufbau darf ich gemeinsam mit Kathrine Switzer, der Frauenlaufpionierin, vorantreiben. Sie ist eine großartige Mentorin- unermüdlich, positiv, inspirierend.

Kathrine inspirierte nicht nur mich…

In gut einem Monat jährt sich die „Geburtsstunde“ der Zahl 261 zum 50. Mal. Es war der Boston Marathon 1967, zu dem sich Kathrine mit ihren Initialen K.V. für eine Startnummer bewarb. Eine damals unvorstellbare Sache, denn Frauen war zu dieser Zeit die Teilnahme an Marathons, ja sogar an sämtlichen Langstrecken Bewerben, untersagt. Da das OK Team keine Ahnung hatte, dass dahinter eine Frau steckt, wurde ihr die Nummer 261 zugeteilt. Sie nahm sie und lief los. Erst bei Meile 3 wurde dem Rennleiter klar, dass sich eine Frau im Rennen befand. Wutentbrannt stürmte er auf Kathrine los und versuchte ihr die Startnummer zu entreißen. Dank ihrer männlichen Begleiter landete der Rennleiter im Straßengraben und Kathrine lief weiter. Anfangs zweifelnd, doch dann bestärkt, dieses Rennen beenden zu müssen. Sie wollte beweisen, dass die vorherrschende Meinung nicht stimmte. Und das tat sie!

Der historische Vorfall in Boston 1967 – Credit: Boston Herald

Sie rannte als erste Frau mit einer offiziellen Startnummer durchs Ziel und setzte den Grundstein für ihr zukünftiges Engagement im Frauenlaufsport. Sie initiierte die ersten Frauenläufe – weltweit, machte den Frauenmarathon olympisch und setzt sich seit fünf Jahrzehnten für den Frauenlaufsport ein. Ihre damalige Startnummer als Symbol für ihr Wirken zu wählen, lag somit auf der Hand.

Am 17. April wird sie wieder in Boston am Start stehen. Sie wird mit tausenden Frauen durch die Straßen der Stadt laufen und sich für all das bedanken, was ihr zuteil wurde.

Ich darf sie bei den Vorbereitungen für dieses Fest – aber auch darüber hinaus – unterstützen. Gemeinsam mit einem großartigen internationalen Team bilden wir 261 Club Betreuerinnen aus, die lokale Frauenlauftreffs leiten. Wir ermutigen Frauen, die noch nie gelaufen sind, einfach ihre Sportschuhe anzuziehen und den großartigen Spirit dieser Laufgruppen zu erleben… denn sie erfahren keine Bewertung oder Vergleiche – sondern einfach ein herzliches WILLKOMMEN. Sie werden Teil einer Gemeinschaft, die über ihre Dorf- und Stadtgrenzen hinausgeht. Denn überall auf diesem Planeten gibt es Frauen, die ähnlich denken und fühlen wie sie. Wo es bereits 261 Clubs gibt, erfährst du HIER. Sollte keiner in deiner Nähe sein, melde dich für die Gründung eines neuen Clubs an.

Gerade in der heutigen Zeit, wo die Emanzipation in vielen Gesellschaften wieder einen Schritt zurück, denn vorwärts macht, können einige Laufschritte viel bewirken. Ich träume nicht von der Weltverbesserung – ich möchte Frau einfach dieses Gefühl ermöglichen, das ich nach einem Lauf empfinde: Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, Freude. Und obendrein habe ich durch den Sport wunderbare Freundschaften geschlossen. Was jede einzelne aus ihrem Lauferlebnis macht, bleibt ihr überlassen. Alleine die Chance zählt!

So nütze ich derzeit meine Läufe zum Durchatmen, Abschalten und da und dort zum neue Ideen sammeln, ehe es wieder ans Telefon oder den Rechner geht. Nächste Woche geht es zum Beispiel nach Tirana/Albanien, wo wir mutige Frauen zu Coaches ausbilden dürfen… aber das ist eine weitere spannende Geschichte… 🙂 Ich freue mich darauf sie dir zu erzählen!

 

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