Frühlaufen: die Magie des Tagesanbruchs

4:20. Der Wecker dudelt los. Nein, ich muss keinen Flug oder Zug erwischen, nicht geschäftlich wohin – und überhaupt: es ist Sonntag. Warum so früh aufstehen? Heute morgen habe das einen ganz wichtigen Grund: ich will mit meiner Blogger- und Lauffreundin Trailbirdie der aufgehenden Sonne entgegenlaufen. Und da der Sonnenaufgang unveränderbar für 6:11 Uhr anberaumt ist, heißt es früh aus den Federn.

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Wer Mitte April den Sonnenaufgang erleben möchte, muss früh raus!

Ich liebe es noch vor allen anderen auf zu sein, einem neuen Tag entgegen zu fiebern… und das noch dazu in Laufschuhen. Was für ein Glück!

Und wo lässt es sich besser der Sonne Hallo sagen, als auf einem Berg. Wir hatten uns für den Magdalensberg im Norden von Klagenfurt entschieden.

Punkt fünf schwing ich mich auf mein Rad. Noch ist es zappenduster. Aber das Vogelgezwitscher verrät, dass der Tagesanbruch nicht mehr weit ist. All die sonst so befahrenen Straßen gehören mir alleine. Nur ab und dann teile ich mir die Fahrbahn mit einem Taxi. Die Häuser ziehen an mir vorbei und nur ganz selten erspähe ich Licht durch die Fenster dringen.

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Einradeln…
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… durch die verschlafene, einsame Stadt

Nach meiner 30minütigen Radfahrt, erwartet mich bereits Astrid. Ich wechsele in die Laufuniform und es kann auch schon losgehen.

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Das erste Tageslicht…

Wir starten in Ottmanach am Fuße des Magdalensberges los. Alles schläft noch friedlich. Nur das Aufkommen unserer Füße auf dem Asphalt ist zu hören – natürlich gepaart mit den Gesängen der Vögel. Langsam taucht sich die Landschaft in ein wunderschönes Blau.

Schritt für Schritt arbeiten wir uns hinauf in Richtung Gipfel. Auch wenn sich ein Wolkenschleier über den östlichen Horizont gelegt hat… der wolkenlose Himmel über uns verspricht uns baldige Sonnenstrahlen. Fröhlich hüpfen wir über Stock und Stein, vorbei an Feldern, Wälder und auch einsame Bauernhöfe.

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Die Sonne, sie kämpft! Und beschert uns ein rosarotes Wolkenspektakel
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Bergauf-Vergnügen!

Nach einem etwa 50 minütigen Aufstieg erreichen wir den Gipfel. Vor unseren Füßen eröffnet sich das Klagenfurter Becken und dahinter das einzige Bergpanorama. Noch kämpft die Sonne gegen die Wolkenschicht. Wir atmen die Morgenluft ein… Herz, was braucht der Mensch mehr!

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Genuss… Ausblick!
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Blick für die Geschenke der Natur

Wir verweilen nur kurz, denn es zieht uns weiter zum Christofberg. Es ist eine friedliche Einsamkeit, die uns umgibt. Keine Menschenseele ist unterwegs. Wir plaudern und lachen… und trotzdem haben wir die Augen stets offen für die Geschenke der Natur: Himmelblumen, in weißer Pracht erblühte Apfelbäume, versteckte Aussichtslöcher durch den Wald in Richtung Süden…

Und die endlich uns kitzelnden Sonnenstrahlen. Nach weiteren fünf Kilometern erreichen wir die Wallfahrtskirche und dürfen uns erneut über einen wunderschönen Ausblick auf unsere schöne Wahl-Heimat freuen.

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Wie schön wir es haben, in Kärnten…
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Glücklich!
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Querfeld ein… auch das gehört dazu! 😉

Während unsere neue Bekanntschaft, eine Katze, sich mit einem flinken Satz ihr Frühstück, einen etwas zu langsamen Vogel, schnappt, müssen wir noch gut 6 Kilometer laufend zurücklegen. Langsam, aber doch, meldet sie sich: die Sehnsucht nach einem herzhaften Frühstück!

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Ziel! Und die Sonne freut sich mit uns!

Über Wald und Flur geht es bergab zurück nach Ottmanach. Unsere Uhr zeigt mittlerweile kurz vor Acht. Noch immer sind die kleinen Ortschaften, die wir passieren, wie ausgestorben.

Selbst die frühen Kirchengeher scheinen noch am Frühstückstisch zu sitzen und ihren Kaffee zu schlürfen.

Nach gut 17 Kilometern und über 600 Höhenmetern erreichen wir unseren Ausgangspunkt: glücklich, überwältigt von den Eindrücken und einem überdimensionalen Glücksgefühl. Ok… und Hunger!

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Keine 15 Minuten später fallen wir in unseren Laufklamotten im Ile de France, einem gemütlichen französischen Kaffee in der Klagenfurter Innenstadt ein. Die Besitzer schütteln nur ungläubig den Kopf zu unserer Morgenrunde.

Zufrieden mit der Welt machen wir uns über das frisch zubereitete Frühstück her. Ich entscheide mich für Buchweizen Crepes mit Schafskäse, Spinat und Tomaten Füllung. Trailbirdie zieht ein traditionellen Frühstücksteller vor. Und wie es uns schmeckt!

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Wohlverdiente Stärkung!

Wir wagen einen Blick auf die Uhr. 10:10! Wow – der ganze Tag liegt noch VOR uns!  Und doch haben wir bereits so viel erlebt, wie manche in einer Woche nicht!

Es zahlt sich einfach aus… und ich kann Joachim Bessing, Journalist bei der deutschen Tageszeitung Die Zeit , nur uneingeschränkt zustimmen… FrühaufsteherSteht auf! Alle Welt will ausschlafen. Wer das anders hält, wird als Biedermann und Bettflüchter verhöhnt. Dabei ist der frühe Morgen die beste Zeit des Lebens.“ Seine Gedanken kannst du HIER nachlesen.

Und wie Trailbirdie diesen morgendlichen Lauf erlebt hat, erfährst du HIER.

Ach ja – NACHAHMUNG SEHR EMPFEHLENSWERT !

4 comments on “Frühlaufen: die Magie des Tagesanbruchs

    1. ja – wir sollten jede Möglichkeit nutzen.. dann ist das Leben so richtig lebenswert 🙂 Wünsch dir viel Spaß bei deinem Läufen!

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