Berlin Marathon: Rückblick 2014 und Ausblick 2015

Der BMW Berlin Marathon 2014 liegt wieder einige Tage zurück, doch das Erlebte wirkt noch sehr intensiv nach. Es sind die außergewöhnlichen Leistungen, großartigen Begegnungen, neuen Erfahrungen, hilfreichen Erkenntnisse und die unzähligen Bilder in meinem Kopf.

SONY DSC

Ich möchte sie mit dir nochmals kompakt Revue passieren lassen…

2:02:57 – der neue Männer Marathonweltrekord, den es ab sofort zu jagen gilt.

Dennis Kimetto kommt aus Kenia, begann vor sechs Jahren als Profi zu laufen und kam in diesem Jahr mit einer ganz klaren Ansage nach Berlin: „Ich laufe Weltrekord“. Zwei Tage vor dem Rennen sprach ich kurz mit ihm._DSC0678

Danach war ich der Ansicht: das wird nichts. Warum? Ich hatte das Gefühl er wisse nicht ganz, in was er sich da hineingeredet hatte. Dass so manche seiner Aussagen (aufgrund seiner mittelmäßigen Englischkenntnisse) von den Medien etwas überinterpretiert wurden.

SONY DSC

Als ich bei KM 28 lief, wurde ich eines Besseren belehrt: Kimetto war in eine neue Zeitdimension vorgelaufen. Respekt. Doch hat er damit wirklich ein neues Zeitalter eingeläutet und sich in der „hall of marathon fame“ verewigt? Ich glaube (wieder): Nein. Ich teile die Ansicht von Roger Robinson, die du HIER auf der Running Times Webside nachlesen kannst. Dank vieler Zutaten (Strecke, Wetter, Geld, Management, erfolgshungrige Athleten usw.) wird es in den nächsten Wochen und Monaten, aber spätestens am 27. September 2015, erneut eine Jagd auf diesen neuen Rekord geben. Und Kimetto? Am Tag nach dem Rennen meinte er: „ja, ich werde einmal unter 2 Stunden den Marathon laufen.“ Wir dürfen gespannt sein.

SONY DSC

Durch Social Media kommen die Leut’ z’amm

Auf meinem Bildschirm erscheinen sie täglich: BloggerkollegInnen, Twitter Folger und Gefolgte sowie Facebook-Freunde aus allen Ecken der Welt. Beim großen deutschen Läuferstelldichein eröffnete sich nun endlich die Möglichkeit viele von ihnen persönlich zu treffen. Gleich ob aus Berlin, Deutschland oder gar Österreich – es war ein unglaublich tolles Gefühl Teil dieser realen Community zu sein. Jeder freute sich für jeden, unterstützte den anderen, ließ ihn Teil haben – ohne etwas zu verlangen oder Neid zu versprühen.

_DSC0706

Besonders freute ich mich, dass ich einen kleinen Baustein für Flitzpiepen Olli’s neue persönliche Bestzeit beitragen konnte – und das, obwohl wir uns erst das 2. Mal gesehen und noch NIE gemeinsam gelaufen waren! Am Freitag Abend gesponnen, am Sonntag Vormittag in die Tat umgesetzt… 🙂 An dieser Stelle nochmals herzlichen Glückwunsch 🙂 Hat super Spaß gemacht.

SONY DSC

_DSC0815

Dank dieser tollen Gemeinschaft gab’s entlang der Strecke großartigen Support – dafür ebenfalls ein riesiges DANKESCHÖN! Ihr seid alle ein Hit!

Nichts dem Zufall überlassen

Lauftraining heißt: run – eat – recover – sleep – repeat. Mal grob gesagt. Jeder zweite Ratgeber – in Papierform oder im Internet – weißt auch ausdrücklich darauf hin, sich nicht nur mit der Ernährung während der Trainingsphase und vor einem Rennen auseinander zu setzen, sondern auch das Loading für den Marathon zu üben. „Hat eh immer geklappt“ – tja, diese Denke kann ziemlich ins Auge gehen! Daher mein Tipp an euch alle da draußen: schenkt diesem Aspekt einen noch größeren Rahmen… probiert, studiert… denn vergesst nie: „Ein leerer Tank bleibt stehen bzw. kann nichts mehr leisten.“

IMG_3419

Ich staunte nicht schlecht, mit welchen „Wundergels“ mein Marathonkollege Olli am Renntag anrückte. Er hatte Rezepte aus dem Buch „No meat athlete“ ausprobiert und wurde dafür am D-Day belohnt! Let’s try it!

Dem Zufall sollte man auch nicht die Meetingpoints mit seinen Betreuern überlassen. Horst ist da zum Glück ein seeeeehr Korrekter. Es macht mehr als Sinn, im Vorfeld die Strecke abzufahren und fixe Punkte zu vereinbaren. So freut man sich auf das regelmäßige Wiedersehen, anstatt bei der Suche in Stress zu verfallen… davon haben alle Beteiligten an solchen Tagen genug.

Wie es einem Betreuer so ergeht, hat Horst in seinem Blog sehr treffend zusammengefasst… ließ einfach mal HIER rein.

Nie wieder! Ok, wann wieder?

Wenn bei KM 38 alles weh tut, dann kommt dieser eine, dieser ganz böse Gedanke: „nie wieder“. Kennst du ihn? Bereits nach dem Zieleinlauf relativiert er sich… ok, einstweilen mal nicht mehr.

_DSC0991

Wenn du wieder nach Hause kommst, die Flyer und Folder von der Marathon EXPO durchsiehst, dann wendet sich das „Schiff“: ok, wann gehe ich es wieder an? Denn dieser und jener Lauf wäre doch sicher eine tolle Sache.

Der 261 Women’s Marathon am 8. März 2015 in Palma de Mallorca ist ja sozusagen ein Pflichtprogramm 🙂 Zudem freue ich mich mit hoffentlich vielen Bloggerinnen dieses Rennen gemeinsam bestreiten zu dürfen. Und dann ist da noch der Wings for Life World Run, der am 3. Mai wieder weltweit an 34 Locations zeitgleich stattfindet. By the way: die Registrierung ist seit heute, 1.10. geöffnet…! Also – rann an die gute Sache!

Fazit: nach dem Lauf ist vor dem Lauf 🙂

Berlin Marathon 2015

Dank seiner extrem schneller Strecke sind Berlin Marathon Startplätze heiß begehrt… Beim Anmeldeprozedere wird es für das Rennen 2015 keine Änderungen geben. D.h. – wer im nächsten Jahr den Berlin Marathon laufen möchte, muss sich am 18. Oktober für die Lotterie eintragen. Anfang November erfolgt die Auslosung… und es werden wahrscheinlich wieder an die 30.000 Laufwilligen jubeln dürfen. Dass dieses Verfahren auch traurige und durchaus auch fragende Gesichter zurücklässt, ist klar. Andreas hat versucht Licht in das Vergabeverfahren zu bekommen. Seine Analyse kannst du HIER, auf seinem Blog „Startblog F“ nachlesen.

DANKBAR

Ich bin unendlich dankbar für all die großartigen Eindrücke… und v.a. für die herzliche Aufnahme in dieser Stadt… Ich freue mich schon aufs nächste Mal… 🙂

SONY DSC

 

Fotocredit: Horst von Bohlen

7 comments on “Berlin Marathon: Rückblick 2014 und Ausblick 2015

  1. Freut mich sehr, dass dich unsere Heimatstadt so gut empfangen hat. Berlin ist -trotz des Anmeldeprocederes für den Berlin Marathon- immer eine Reise wert. ich wünsche dir gute Erholung und vielleicht mal bis bald.

    1. Vielen lieben DANK, Henrik! 🙂 Ja, Berlin ist etwas Besonderes… nicht nur der Marathon! V.a. die Berliner machen diese Stadt so liebenswert! ich freue mich schon sehr bald wieder in den Parks oder entlang durch die Straßen zu laufen, das Berliner Leben zu beobachten und aufzusaugen… Hoffe, dass sich dann auch bald ein persönliches Treffen ausgeht! Herzliche Grüße in den Norden!

  2. Hallo Edith,
    ich habe mir gerade die Ergebnisliste angeschaut. Du bist ja eine Top-Zeit gelaufen, wow.
    Nochmals Gratulation, ich ziehe den Hut vor dir. Deine Leistung motiviert mich weiter. Irgendwann einmal werde auch ich einen Marathon laufen.
    LG
    Rosa

    1. Liebe Rosa! Vielen herzlichen DANK 🙂
      Berlin ist immer ein Stimmungshighlight… und an dieser Stelle ein großes DANKE an dich… denn du warst mit ein Teil dieses Stimmungssturms, der uns Läufer durch die Straßen gefegt hat! Selbst wenn nichts mehr zu gehen scheint, mit diesem Boost an Zurufen konnte ich nochmals Reserven mobilisieren und ins Ziel laufen.
      Leider schade, dass ich dich nicht direkt auf der Strecke gesehen habe… ist wohl auf beiden Seiten sehr sehr schwierig… außer man vereinbart sich fixe Standpunkte! Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal 🙂

      ich freue mich sehr, dass du das Rennen ebenfalls so genossen hast 🙂 und vielleicht hat es ja ein wenig dazu beigetragen dich näher an dein großes Marathonziel zu bringen.. BY the way: wie wär’s mit dem 8. März 2015… beim 261 Women’s Marathon… Kathrine Switzer würde sich riesig auf dich freuen :-)!!!!

      Bis bald und nochmals herzlichen DANK!
      Running Zuschi

  3. Liebe Edith,
    das ist ja wieder ein gewohnt professioneller Blog. Schade, dass wir uns in Berlin nicht gesehen habe. Auch auf der Strecke konnte ich dich nicht entdecken. Ich gratuliere dir ganz herzlich zum Finish und zu deinem Lauf. Die Atmosphäre an der Strecke war ganz besonders. Alle fieberten mit, ob es denn einen neuen Weltrekord gäbe. Wir haben alle Leute angefeuert und beklatscht, eine super Stimmung überall. Ich hoffe, ihr Läuferinnen habt das auch mit bekommen. Ich jedenfalls war dann ganz heiser. Ich war gleich ganz in der Früh laufen, natürlich auch auf der schnellen Marathon-Strecke, damit ich rechtzeitig zum Anfeuern fertig war. Ich bin sehr froh, dass ich dieses tolle Rennen- wenn auch passiv – erleben durfte.
    Herzlichen Glückwunsch bis zum nächsten Mal
    Rosa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.