New York City Marathon: ein Blick zurück und nach vor

New York’s Straßen gehörten den LäuferInnen Credit: NYRR

Der New York City Marathon 2013 ist Geschichte – eine schöne Geschichte, nach einem unglaublich harten Jahr für die LäuferInnen (nach langem Zittern um Startplätze), den Veranstalter, für New York und die weltweite Marathoncommunity.

Die LäuferInnen

Viele großartige Athleten standen an der Startlinie des New York City Marathons 2013. Und sie zeigten spannende Attacken – und schlussendlich zogen die Stärksten auf und davon. Bei den Damen demonstriert Priscah Jeptoo erneut ihre Stärke. Anstatt nach dem Weltmeistertitel zu greifen, hatte sie sich in Kenia auf den Gewinn der World Marathon Majors konzentriert. Ihre Strategie ging auf. In der 2. Rennhälfte startete sie eine unglaublich Aufholjagd auf die Äthiopierin Buzunesh Deba, die sie bei Einlauf in den Central Park regelrecht stehen ließ. Im Ziel jubelte sie nicht nur über ihren 1. New York Sieg, den 2. Sieg bei einem WMM Rennen, sondern auch über den Gewinn der WMM Wertung 12/13, die ihr eine WMM Siegersumme von 500.000 US Dollar einbrachte.

Siegerin Priscah Jeptoo Credit: NYRR

Die in New York lebende Deba, die unbedingt dieses Rennen gewinnen wollte, war nach ihrem Zieleinlauf sichtlich enttäuscht. Doch kurze Zeit später twitterte sie bereits: „So happy with my race today. I followed my plan but just foul hold on for the win at INGNYCM. 2 second places – next year the win…“

Dankbar: Mocki küsste New Yorker Boden! 🙂 Credit: AP/Kathy Willens

Großartige schlugen sich auch die Europäerinnen: Platz 3 belegte die erfahrene Jelena Prokopcuka aus Lettland. Mit Platz 5 versüsste sich die Italienerin Valeria Straneo nach ihrer WM Silbermedaille ihr großartiges Marathonjahr. Ihre Eindrücke kannst du HIER nachlesen.

Ein beherztes Rennen lief Mocki… sie finishte als großartige Siebente. Überglücklich postet sie auf ihrer Facebook Seite… HIER nachzulesen.

Zum 2. Mal NYCM Sieger: Geoffrey Mutai Credit: NYRR

Bei den Männern sollte es bis Meile 22 dauern, ehe sich ein klarer Favorit herauskristallisierte. Und es war der Sieger von 2011 – Geoffrey Mutai. Zu Beginn hielt er sich dezent im Hintergrund, doch seine im Vergleich niedrige Beinfrequenz ließ darauf schließen, dass er noch viele Trümpfe im Ärmel hat. Eindrucksvoll zog er seinen Konkurrenten davon und gab seine Führung bis zur Ziellinie nicht mehr ab. Auch wenn seine Zeit von 2:08:34 drei Minuten vom Streckenrekord entfernt ist, er hat es richtig gemacht. Als Zweitplatzierte holte sich der Äthiopier Tsegaye Kebede den WMM Titel und mit dem Drittplatzierten Lusapho April aus Südafrika tauchte ein neues Gesicht in der Marathonwelt auf.

Der Veranstalter und seine Stadt

Das gestrige Rennen wurde zu jenem Highlight, das CEO und Präsidentin der New York Road Runners, Mary Wittenberg (nicht wie auf Ö3 fälschlich umbenannt auf MAGGIE… :-() versprochen hatte. Ein Jahr lang stand sie im Kreuzfeuer der Kritik – musste sich berechtigten wie haltlosen Vorwürfen entgegenstellen. Und sie tat es: AUSDAUERND, mit ÜBERZEUGUNG und mit LEIDENSCHAFT. Ich denke, gestern fiel  ein tonnenschwerer Ballast von ihren Schultern… und der Anblick des Starts sowie der Empfang der LäuferInnen aus über 150 Nationen heilten viele tiefe Wunden. „Full of appreciation. For so many & so much. As team finalizes prep from Verrazano 2 Park. to a great marathon 4 all“ twitterte Mary kurz vor dem Rennen…

Traumhafter Herbstwetter für das Comeback! credit: NYRR

Das Marathonbusiness ist nicht mehr das, was es einmal war… doch Mary und ihr Team zeigten eindrucksvoll, wie emotional das Thema LAUFEN transportiert und gehandhabt werden kann.

Nach dem Horrorsturm Sandy und dem Bombenanschlag beim Boston Marathon schien die Marathonwelt kurz in Trümmern, doch es wurde ein emotionaler Triumphzug. Das US-Fernsehen wußte die Story emotional perfekt zu verpacken. Schon die einleitenden Worte von Tennis Legende John McEnroe ließen die Gänsehaut laufen… und alles, was folgte war die logische Folgerung.

Eine Frage wird jedoch immer bleiben: wie wäre die Geschichte rund um den NYC Marathon ausgegangen, wären keine Bomben in Boston hochgegangen? Mary wußte die Geschehnisse gut in ihr Marathonkonzept einzubauen.. seien es die blauen Ribbons, die Bostoner Fahnen und die zahlreichen Charitys. Unterm Strich spielt es keine Rolle… es war ein wunderschönes Lauffest – mit zahlreichen emotionalen SiegerInnen (der neuen Art) und Rekordzahlen. Etwa:

  • Die 1 millionste New York City Marathon Teilnehmerin

    New York City Marathon
    Mary Wittenberg mit der 1 Millionsten Teilnehmerin
    Credit: NYRR
  • Das größte Marathonstarterfeld aller Zeiten – über 50.700 AthletInnen liefen über die Startlinie!
  • Über 1 Million US Dollar wurden für Sicherheitsvorkehrungen rund um das Rennen investiert – so viel wie noch nie und nirgends
  • Friedliche Vereinigung zwischen Betroffenen des Hurrikans Sandy und den NYRR
  • Kooperative Zusammenarbeit mit allen fünf Stadtteilen, durch die das Rennen führt
  • Auch wenn Spitzenläufer nicht ihr erhofftes Wettkampfziel erreichten, nahmen sie etwas für ihr Leben mit… so etwa der US-Läufer Meb Keflezighi, der trotz einer durchwachsenen Vorbereitung an den Start ging. Auf der first ave musste er stehen bleiben und wollte bereits aufgeben und doch dann…  Einfach das Video ansehen! Großes emotionales KINO!

Watch more video of New York City Marathon 2013 on flotrack.org

Anmeldung zum am New York City Marathon 2014

Die Marathonleidenschaft hat gesiegt – und Menschen rund um den Erdball verfolgten gestern gebannt das Rennen. Viele davon haben sicherlich sofort begonnen zu träumen… einmal New York laufen.

Der (kostspielige) Traum kann wahr werden! Die Anmeldefrist für die Startplatz Lotterie startet am 2. Dezember 2013! Wie es um die Chancen steht und welche Möglichkeiten es für einen Startplatz gibt, das kannst du HIER nachlesen. Ich drücke euch ganz fest die Daumen!!!

Mein Resümee 

Der Marathon lässt sich nicht unterkriegen… und die letzten 12 Monate lieferten – vor allem für US-Amerikaner – den perfekten Stoff für grandiose Stories. Ich denke, dass in Europa die Geschichte anders geschrieben worden wäre… doch es ist wie es ist… und das ist gut so. Bleibt zu hoffen, dass

a.) nicht noch mehr finanzielles Kapital daraus geschlagen wird

b.) die (Wieder)Vereinigung echt ist

c.) die neuen Player (u.a. der neue NY Bürgermeister, der dieser Tage gewählt wird und der neue Hauptsponsor TATA) in die gleiche Richtung ziehen – nämlich für den Laufsport

d.) dass die Laufleidenschaft nicht nur am Kult rund um den NYC Marathon stecken bleibt, sondern auf das Lauferlebnis an sich weitergeleitet wird.

In diesem Sinne… Happy Running! 🙂

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