An die Jugend des Landes: darf ich euch einladen?

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Bei meinem heutigen Morgenlauf drehte ich unter anderem eine Runde durch die Klagenfurter Innenstadt. Während vor gut vier Wochen kurz nach sieben Uhr früh fast mir alleine gehörten, drängte sich heute morgen die Jugend durch die Straßen. Die Schule rief! Ein erfrischendes Gefühl so vielen Burschen und Mädchen in aller Früh zu begegnen… denn es gibt sie doch – unsere Zukunftsgestalter.

So hüpfte ich fröhlich von einem Bein aufs andere und schlängelte mich mit einem Lächeln auf den Lippen durch die Massen. Vor allem Mädels blickten mir etwas irritiert hinter her…

Ein kurzer Gedanken-Small Talk:

Mädl: Hey, was ist mit der Verrückten los? Warum lacht die beim Laufen? 

Ich: Weil’s mir einfach gut geht. 

Mädl: Wie kann es einem gut gehen, wenn man sich anstrengen muss und dabei noch schwitzt?

Ich: Komisch… das stört mich nicht. Im Gegenteil – ich genieße es! Probier es doch mal aus?

Mädl: Na, sicher nicht. Ich wußte es ja, die spinnt. Wenn ich nur an Turnen denke und den Blödsinn, den unsere Turnlehrerin mit uns macht… 

Ich: Was macht ihr so im Turnunterricht?

Mädl: Naja – wir müssen Runden laufen, dann spielen wir Volleyball – aber das alles ist urfad. Außerdem will ich mich einfach nicht anstrengen. Das bringt es einfach nicht. Und außerdem ist das alles ur-uncool. Wer bewegt sich schon, wenn es Autos, Mopeds und Busse gibt. Ist doch absoluter Schwachsinn.

Tja – was soll man darauf noch sagen?

  • Belehren, wie wichtig und gesund das Laufen ist? -> wahrscheinlich noch uncooler als die Turnlehrerin
  • Nichts sagen? -> wäre das nicht Resignation?
  • Coole Argumenten liefern, wie: „du bleibst du schlank, das macht dich attraktiver, du hast mehr Chancen bei deiner Flamme -> kommt das dann auch wirklich so an?
  • Lächeln und antworten… wirst schon noch merken..! -> Glaubt sie nie! Denn es ist ja ihr Leben… und außerdem…
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Ja, ich weiß wie gut mir Sport tut. Ich habe ihn von Kindheit an geliebt. Ich habe die SportlerInnen bewundert und wollte genau so wie sie schwimmen, laufen, skifahren usw. können. Mich nicht bewegen zu DÜRFEN war die schlimmste Strafe für mich. Selbst in den härtesten pubertären Phasen war Sport das einzige Ventil, dass mich wieder zurück auf die Bahn brachte.

Ich liebte und liebe den Sport…

  • obwohl ich aus einem Elternhaus komme, wo Sport nie ein Thema war bzw. meine Eltern nie einer Sportart nachgegangen sind
  • obwohl ich nicht mit sanften Druck zum Sport gelenkt wurde
  • obwohl ich TurnlehrerInnen „genoss“, die einem das Sporteln mehr als vermissen könnten (old fashion school of sport 🙁 )
  • obwohl ich alles andere als ein Bewegungstalent war

Auch wenn sie mich für verrückt halten: ich werde weiterhin  mit einem Lächeln auf den Lippen frühmorgens durch die Stadt laufen… ich möchte die Mädels einladen es selbst auszuprobieren… sie einladen vielleicht mal zum Club 261 Lauftreff für Mädchen und Frauen vorbei zu kommen…

Liebe Jugend da draußen: was können wir für euch tun, damit ihr Sport und Bewegung nicht fad und uncool findet? …damit ihr neugierig werdet – und es einfach mal ausprobiert?

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