Sportliche ArbeiterInnen: Fluch und Segen

Heute morgen entdeckte ich auf der Facebook Seite des lieben Kanadischen Traillauf-Kollegen Adam Campbell einen interessanten Artikel: „Why you should fill your company with „athletes?“

Credit: forbesimg.com

Wobei vorweg gleich eines klar gestellt werden muss: unter „athletes“ werden nicht zwangsläufig SpitzensportlerInnen verstanden – jede MitarbeiterIn, der/die regelmäßig Sport betreibt fällt für den Verfasser David K. Williams unter diesen Begriff. Und das finde ich gut so!

Er ist der Ansicht, dass sportliche aktive Menschen

  • nicht aufgeben
  • ihre Ziele verfolgen und auch erreichen
  • immer neue Fähigkeiten erlernen – und das mit großem Willen
  • gute und geschickte UnternehmerInnen sind
  • nach Ausgleich und gesundem Lebensstil trachten
  • und gute Teamplayer sind.

Sport – völlig gleich in welcher Leistungskategorie – ob Einsteiger, Hobbyathlet, Leistungssportler – eröffnet uns viele Lernoptionen. Jede Einheit, jedes Training fordert uns auf körperliche und kognitive Aufgaben zu lösen. Alles, was wir in diesem Betätigungsfeld geschafft oder auch nicht geschafft haben, hilft uns in anderen Bereichen weiter.

Ich bin der Ansicht, dass auch die körperliche Fitness im Berufsalltag eine entscheidende Rolle spielt. Fitte MitarbeiterInnen legen auch geistig mehr Kraft und Ausdauer an den Tag. Eine Marathonsitzung wirft sie nicht aus der Bahn… und gleichzeitig wissen sie, dass jetzt eine Pause (Regeneration) notwendig ist, um neu durchstarten zu können.

Und die Bosse?

Ja, es wird viel geschrieben und gepredigt… doch wie sieht es mit der Arbeitgeberseite aus? Wie steht es um die körperliche und geistige Fitness der Bosse?

Egger
Sehr ambitioniert: das Tiroler Unternehmen EGGER
Credit: Egger

In einigen Konzernen, aber auch Klein- und Mittelbetrieben betreibt der oberste Boss ausgiebig Sport. Startet bei Ironmans & Co. Manchmal ist er ein Motivator für seine MitarbeiterInnen, stellt Bewegungsprogramme auf die Beine und ermöglicht Starts bei diversen Sportevents. Und das ist gut so. Bei vielen Betrieben sieht die Situation aber noch immer anders aus: keine Bewegung, schlechte Ernährung und ausschließlicher Fokus auf unternehmerischen Gewinn…

Zu diesem Thema möchte ich zwei Punkte herausgreifen, die mir in den letzten Wochen und Monaten immer wieder aufgefallen sind:

  • Es sind nach wie vor viiiel zu wenig Unternehmen, die erkannt haben, dass sowohl MitarbeiterInnen als auch die Führungsriege fit sein sollen. Oft wird nur auf die MitarbeiterInnen hingezielt, doch „oben“ passiert wenig. Aber auch umgekehrt: Führungskräfte nehmen sich die Zeit und die Möglichkeiten – doch von den MitarbeiterInnen wird gehorsames Arbeiten verlangt. Sport während der Arbeitszeit? Niemals!
  • Arbeitgeber wissen nur zu gut von den Vorzügen sportlicher Menschen und wollen sie nützen. Denn auch sie sind zielorientiert: Gewinnmaximierung lautet die Devise.
    Sie bedienen sich der Qualitäten – doch manchmal schießen sie übers Ziel hinaus: Noch mehr, noch länger, noch besser… sie wissen Bescheid, wie sie ehrgeizige Athleten vorantreiben, sie mit ihrem Narzissmus ködern. Doch der Preis ist hoch: die lieben Athleten powern im Beruf – einige Zeit noch im Training, dann kommt die Regenerationszeit zu kurz, die Leistungen gehen in den Keller, die Motivation fürs körperliche Training auch… und das war’s.

Es wäre wünschenswert, wenn Arbeitgeber auch nach den Prinzipien der Trainingslehre vorgehen würden… dann käme für alle Beteiligten eine WinWin Situation heraus.

Ich hoffe, dass auch MitarbeiterInnen Möglichkeiten finden hier den Hebel anzusetzen, Überzeugungsarbeit zu leisten und immer mehr auch für ihre Balance kämpfen. Den Mut dafür können wir uns beim Sport holen!

In diesem Sinne… keep on runnin!!!

 

 

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