Ironman Austria 2013: In Lehre bei Moderator Richie Kapun

Moderator beim Ironman Austria. Klingt lustig, ist es manchmal auch – aber die nackte Wahrheit lautet: es ist ein Knochenjob. Einer, der diese Iron-Arbeit bereits seit Bestehen dieser Veranstaltung macht, ist Mr. Triathlon Richard Kapun. Niemand kennt die Triathlon- und somit auch die Ironman Szene in Österreich, und über ihre Grenzen hinaus, so gut wie er. Nicht nur durch seine Tätigkeit als unermüdlicher Moderator. Er finishte bereits zahlreiche Langdistanz-Rennen- und stellte sich auch der Hawaiianischen Herausforderung!

Einmal ins Moderatoren-Tum hinein schnuppern… das habe ich mir schon seit längerem vorgenommen. Mit Richie’s Ankündigung 2013 zum letzten Mal dem Ironman Austria seine Stimme zu geben, nützte ich die Gunst der (letzten) Stunden und stellte mich als Assistentin zur Verfügung. Rückblickend eine großartige Erfahrung –  mit viel Spaß, Schweiß und schlussendlich müden Gliedern. Aber das gehört einfach zu einem Ausdauer-Event.

Wie es mir dabei ergangen ist, was ich erlebt habe? Eine kurze Zusammenfassung

Donnerstag: INFORMATION IST ALLES

Wie überall im Journalismus gilt als oberstes Prinzip: Information gewinnt. Und so mache ich mich auf den Weg zum neu eröffneten Pyramidenkogel, wo die Pressekonferenz stattfindet. Die Topfavoriten, wie etwa Andreas Raelert, erzählen von ihren Vorbereitungen, Erwartungen und ersten Eindrücken. Da und dort wird den Athleten Unbekanntes entlockt… etwa der Österreicherin Eva Wutti, die gerade einmal eine Woche vor dem Ironman bei den Österreichischen Straßenrad-Meisterschaften die Bronze Medaille gewonnen hatte. Dazu noch ein paar informelle Gespräche… Moderator bzw. Journalisten bekommen eben nie genug 🙂

Ironman Austria 2013 Pressekonferenz
Fragen über Fragen an Top-Favoriten Andreas Raelert
Andreas Raelat und die österreichischen Topathleten
internationale und nationale Sportprominenz

Freitag: HAUPTSCHAUPLATZ IRONMAN CITY

Sie ist schon zu spüren, die extreme Nervosität der Athleten. Auf der IRONMAN Messe in der Ironman City (direkt am Wörthersee) wird die letzte unverzichtbare Ausstattung (und darüber hinaus) erworben. Richie und ich machen uns auf ins Getümmel und interviewen die Aussteller für das Ironman Radio, das den ganzen Tag aus dem Äther zu hören ist. „Immer die Frage etwas anders formulieren, und trotzdem – alle sollen ihre Produkte vorstellen können…“ lautet die Devise. Ein Job, den der erfahrene Moderator spielerisch bewältigt.

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Auch im Lager lässt es sich gut plaudern 🙂
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Ein bisschen Spass muss sein.. und träumen dazu!
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Tell me more…

Nach dem kleinen Ausflug geht es an die harte Arbeit. Wir planen die kommenden beiden Tage durch. Welche Infos haben wir, was brauchen wir noch, wie kann ich ihm helfend zur Seite stehen, wie läuft unser Arbeitsfluss ab… Planung ist eben die halbe Miete. Nach gut vier Stunden ist’s fürs Erste genug… der Samstag morgen kommt bestimmt!

Samstag: GET2GETHER UND LOS GEHT’S

9.00 Pressezentrum Ironman Austria: Alle Moderatoren + Spotter sowie Medienbetreuer finden sich zum gemeinsamen Meeting ein. Wer ist wann, wo und liefert welche Informationen… lautet das Motto. Ein Ironman Tag ist lang – und dementsprechend sind Informationen für Zuschauer und Athleten gefragt. Die beiden wesentlichsten Instrumente: Funkgerät und Online-Timing! Dank Intra-Infosystem und Skype Gruppe sollen alle aktuellen News an die Moderationsassistenten weitergeleitet werden. Na bitte…

Im Anschluss folgt eine letzte Feinjustierung unter den verpflichteten Modertoren. Koordinator ist Claudio Schütz… er hat die Einsatzplanung über… Mit Hugo Mayer und DJ Martin gibt es darauffolgend eine nochmalige Abstimmung… mit den beiden werden wir die kommenden beiden Tage zusammenarbeiten 🙂

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Letzte Infos vom Ironman Austria Pressesprecher
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DJ Martin spiel mir was Schönes :-)…
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Richie und Hugo – wer sagt was wann?
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Moderatoren Crew…

Nach einer kleinen Stärkung geht es zum ersten Einsatz: den Pewag Iron Kids. Startliste, Startzeiten, Startblöcke… Infos, die Assi Running Zuschi – Gott sei Dank – zu Moderationsbeginn alle griffbereit hat. 🙂 Und dann geht es schon los… Kids von 6-15 Jahren schnuppern in die Triathlon-Disziplin. Alles läuft wie am Schnürchen… tolle Stimmung. Und das Wichtigste: Richie und ich ergänzen uns bestens… Ständig fallen uns neue „Blödheiten“ ein… die Zuschauer honorieren es mit Applaus und Aktionismus! Na bitte!

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Spannende Interviewpartner: Lisa Perterer, die selbst ein erfolgreiches Iron Kid war
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Alles läuft wie am Schnürchen – nicht nur bei Richie und mir 🙂

Sonntag: EIN IRON-TAG

Als um 6.45 der 1. Startschuss für die angehenden Ironmänner und -frauen im Klagenfurter Strandbad ertönt, sitze ich am Rad und sammle noch die letzten Dinge (Funki, Broschüren & Co.) zusammen, ehe es kurz nach 7 in Richtung Faaker See geht. Dort, an der Radstrecke, hat Richard von 8 bis 13 Uhr das Wort. Grundsätzlich ist seine Aufgabe: Stimmung machen und Infos über den Rennverlauf verlautbaren. Doch am Anfang unserer Arbeit steht das Organisieren der Verpflegungsstelle… Richard weiß einfach, was die Athleten brauchen. Via Mikro gibt er den freiwilligen Helfern fachmännische Order!

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Der Mann mit dem Mikro 🙂

Und dann kommen sie auch schon angefahren… die Führenden. Damit beginnt für mich die Infoarbeit. Bewaffnet mit Handy, iPad und Funky sammle ich die Infos zusammen und gebe sie aufbereitet an Richard weiter. Dazwischen heißt es Augen auf und das Renngeschehen beobachten… Denn auch das liefert immer gute Moderationsinhalte 🙂

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Auch mit diesem Rad lässt es sich solide einen Ironman finishen!!!

Im Nu sind fünf Stunden um und wir sitzen wieder im Auto gen Klagenfurt. Die Zielkurve ruft… Andreas Raelert hat sich in seiner stärksten Disziplin, dem Laufen, an die Spitze gesetzt und rennt wie ein Uhrwerk seinem nächsten Sieg entgegen. Also ist Eile angesagt. Leider finden wir  nicht gerade die idealsten Bedingungen für eine Moderation am vereinbarten Platz vor: kein Techniker, kein Tisch, ja sogar ein Mikro müssen wir uns mühselig suchen. Doch Richard nimmt es gelassen, schwingt sich auf den Boxenturm und parliert fachkundig drauf los. Immer wieder flüstere ich ihm die Zwischenstände und die aktuellen Standorte der Athleten zu… Teamwork vom Feinsten. Um 16:30 werden die Top-Athleten bereits im Ziel gefeiert und wir beide brechen unsere Zelte ab, denn Richie’s erster Einsatz auf der Finishline steht an. Dort begrüßt er gemeinsam mit Claudio die einlaufenden Athleten. Ich nütze die Gelegenheit mich unter den Finishern umzuhören… und entdecke Tanja, eine Brooks Testerkollegin. Sie legte ein unglaubliches Rennen hin und finishte in 10:25! Natürlich mit der Startnummer 261! Eh klar 🙂

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Bravo Tanja!

Nach einer Stunde folgt eine wohlverdiente Verschnaufpause, die wir für eine kleine Stärkung nutzen. Dabei haben wir das Vergnügen mit Edith Niederfrininger 🙂 Danke für das nette Pläuschen!

Punkt 19.00 geht es wieder an die Finishline. Dieses Mal lautet mein Job: Souffleuse. Via Funk zwitschere ich Hugo und Richard die Namen sowie Nationen und sonstige Infos der Finisher ins Ohr… was nicht immer einfach ist. Denn so manch ein exotischer Name kann zu einem Zungenbrecher werden. Aber ich krieg es hin und 2 Stunden vergehen wie nix. Dank meiner Beschuhung fühlen sich Rücken und Beine nicht zerstört an 🙂 (auch an das muß Moderator & Co. denken!)

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Gute Ausstattung ist auch beim arbeitenden Volk gefragt 🙂 Thx Salomon

Punkt 9 ist der 14 Stunden Einsatz vorüber… gezeichnete Athleten mit ihren Finishermedaillen liegen im Gras und genießen (hoffentlich) ihren Erfolg. Ich schwinge mich bald auf mein Rad und düse nach einer herzlichen Verabschiedung von Richard und Hugo nach Hause.

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Ein langer Tag neigt sich seinem Ende…

DANKE, lieber Richard für diese Möglichkeit – es hat riesigen Spaß gemacht 🙂

Wie es mir am Montag ergangen ist? Tja, das ist eine andere Geschichte… soviel sei verraten – ich drehte eine 2stündige Laufrunde und das tat richtig gut!

 

2 comments on “Ironman Austria 2013: In Lehre bei Moderator Richie Kapun

  1. Oh, Danke für die vielen Blumen, liebe Edith!
    Ein wirklich toller Bericht über unsere(meine) Arbeit beim IMAT, wobei so entspannt, locker, sorgenarm und vor allem kurz wie heuer war sie auch noch nie….Am Ende überwiegt die Genugtuung, selbst den Zeitpunkt des Endes gewählt zu haben. Es war dann doch (vor allem in den vergangenen Jahren) superanstrengend. Da kann ich gleich selber den IM finishen….da liegt der Fokus nur auf einem Tag…

    Ich kann das viele Lob nur zurückgeben, du warst mit Abstand die fachkundigste, effizienteste und auch ausdauernste Assistin, Spotterin, Begleiterin, Spaßmacherin, Journalistin in Personalunion (obwohl deine Vorgängerinnen ebenfalls sehr gut waren)….Schade bloß, dass ich mein Mikro beim Ironman Austria „in Pension geschickt“ habe…
    Aber keine Sorge, neue Ziele brechen an, neue Perspektiven. Kann nicht schaden die „jungen Wilden“ ranzulassen….
    Nochmals vielen, vielen Dank für deine Unterstützung!

    1. 🙂 jetzt fehlen mir die Worte 🙂 Auf zu neuen Ziel… freu mich schon auf die nächsten Schandtaten mit dir! DANKE und einen dicken Drücker!

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