New York Run

New York Run„… auf diese drei Worte fallen mir einfach nur vier weitere Wörter ein: New York City Marathon. Und genau den packt Frank Lauenroth in seinem zweiten Marathonthriller – als Fortsetzung seines ersten Krimis „Boston Run“. Da in den letzten Tagen das Frühlingswetter so gar nicht in Schwung kommen möchte, nützte ich die Zeit, um mir diese Fiction Story einzuverleiben.

Zugegeben: die Erwartungen waren hoch, denn einige Lauf- und Bloggerkollegen, wie etwa „Silberläufer„, schwärmten mir von „Boston Run“ vor.

Harter, zäher Einstieg

Berühmter Marathonboden für "New York Run"
Berühmter Marathonboden für „New York Run“

Gleich auf den ersten beiden Seiten geht es mörderisch her… wobei mir anfangs ein wenig der Durchblick fehlte, da ich „Boston Run“ nicht gelesen hatte. Aber nach dem ersten Kapitel war ich im Bilde.

Die beiden Freunde Christopher Johnson, ein ehemaliger NSA Agent, und Brian Harding müssen für den Betrug am Oligarchen Stalin beim Boston Marathon büßen. Er entführt sie auf seine Jacht und verabreicht ihnen die perfekte Dopingdistanz, die das Unmögliche möglich machen soll: als Hobbyläufer den größten Marathon der Welt zu gewinnen. Doch dem nicht genug: Stalin hat scharfe Sprengladungen in ihre Schuhsohlen installiert… natürlich von Stalin persönlich ferngesteuert. Und die Aufgabestellung an die beiden lautet: einfach laufen, niemals stehen bleiben, bis auf 500m immer zusammen bleiben und einer muss gewinnen. Ansonsten gehen beide in die Luft.

Stalin möchte ihren Sieg… – so scheint es. Doch mit den Kilometern und Buchseiten wird bald klar, dass etwas viel Größeres hinter dieser Aktion steckt. Chris und Brian erscheinen nur ein Puzzleteil in einem großen Spiel zu sein. Denn bereits bei KM 8 sind der NSA und der CIA mit an Bord und versuchen das drohende Unheil abzuwenden.

Wie das hochexplosive Gelaufe zu einem sehr spannenden Ende wird – das verrate ich nicht… da müsst ihr schon selbst zum Buch oder ebook greifen.

Aber meinen Gesamteindruck möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

26,2 Meilen, um sich ihr Leben zu retten… Credit: runinfinity.com

Zu Beginn kommt die Geschichte nur langsam ins Rollen – es ist ein vielleicht etwas zähes Aufwärmen. Doch dann geht es Schlag auf Schlag. Von Kapitel zu Kapitel wird das Buch spannender. Besonders die immer wiederkehrenden plötzlichen Wendungen machten es mir schwer das Buch wegzulegen. Alles ist irgendwie ineinander verzahnt – Chris’s Vergangenheit beim NSA spielt genauso eine große Rolle, wie Brian’s todgedachte Freundin Elaine. Denn eine Liebesgeschichte muss einfach sein 🙂

Die immer rasanter auftretenden Wendungen verleihen der Story den verdienten Titel „Thriller“. Wer sich Laufdetails erwartet, wird wohl eher enttäuscht werden. Es wird zwar die Streckenführung beschrieben – und die Bilder rannten vor meinem geistigen Auge auch ab – doch so richtig ins NYC Marathon Geschehen ging der Autor Lauenroth nur bedingt ein. Auch fehlt mir ein wenig das läuferische Background Wissen. Als „Schadensersatz“ gibt’s dafür ein wenig Einblick in die fast unendlichen Möglichkeiten von Geheimdiensten.

Was für mich besonders irreal rüberkommt, ist die Leistungsfähigkeit durch diese ultimative Dopingsubstanz. Wenn Mary Wittenberg solch einen Läufer in ihrem Rennen hätte, würde der ziemlich rasch weg sein… und genau dieser Aspekt fehlt mir in der ganzen Story… Hauptaugenmerk liegt eben auf den US-amerikanischen Sicherheitsagenturen…. das Rundherum (Organisatoren, Mitläufer, Zuschauer & Co.) spielt wenig Rolle. Auch fehlt der Zieleinlauf… es bleibt offen, wer den Marathon gewinnt … denn, die beiden Athleten haben eine andere Aufgabe zu lösen.

Interessieren würde mich eine Verfilmung dieses Krimis… ob das wohl mal gemacht wird?

Nichts desto trotz: ich kann das Buch allen Krimifreunde empfehlen. Gute und spannende Unterhaltung – weder zu komplex noch mit tieferen Hintergedanken verstrickt, dafür mit dem größten Marathonevent der Welt gewürzt 🙂

„New York Run“ – der 2. Marathonthriller
von Frank Lauenroth
erschienen im Sportwelt-Verlag.de
271 Seiten
ISBN 978-3-941297-19-7

Preis: € 9,95 – HIER zu erwerben

 

8 comments on “New York Run

  1. Hallo Zuschi,
    als Überbrückung bis zu meinem nächsten Buch könnte ich dir ein früheres Werk von mir ans Herz legen, auf das ich immer noch sehr stolz bin, obwohl ich es heute sicherlich besser schreiben könnte 😉
    Schau mal hier (eine kritische Rezi, die vielleicht trotzdem dein Interesse wecken könnte): http://www.krimi-couch.de/krimis/frank-lauenroth-simon-befiehlt-.html
    Und ich melde mich, wenn es was Neues gibt, egal ob es in Chicago oder anderswo im Universum spielt.
    😉
    Dir alles Gute. Und ich schaue in dem Blog immer mal wieder vorbei.
    Frank

  2. Ein Statement vom Autor selbst! Alle Achtung, das gelingt nur dir!

    Du hast sicher recht, läuferisch erwartet man mehr, aber es ist halt kein Laufbuch, sondern ein Thriller und da muss man Kompromisse eingehen. Nach deinen Informationen und dem Kommentar des Schriftstellers wird der zweite ebenfalls zur Pflichtlektüre!

    Liebe Grüße – Reinhard

    1. Hallo Reinhard! Ja, das ist v.a. für New York City Marathon Finisher eine Pflichtlektüre 🙂 Bin schon sehr gespannt, was du meinst! Liebe Grüße RZ

  3. Hallo Zuschi,

    eine sehr erfreuliche Einschätzung meines Nachfolgers hast du hier niedergeschrieben. Der Autor freut sich. 🙂
    Natürlich hätte ich gerne mehr Lauf-Atmosphäre im Buch untergebracht. In der Ursprungsversion bin ich auch mehr auf die Zuschauer eingegangen, auf einige Sights am Rande der Strecke … aber ich musste feststellen, dass dies alles zulasten der Spannung geht und so habe ich nach und nach viele dieser Passagen wieder aus dem Script gekickt. Es sollte halt ein Thriller werden und wie du ja schriebst … ist es mir gelungen.
    Übrigens lohnt sich die Lektüre von ‚Boston Run‘, auch wenn du das ‚Ende‘ nun schon kennst.

    Beste Grüße
    Frank

    1. Hallo Frank!
      Vielen lieben DANK für dein Statement – das freut und ehrt mich sehr! Gratulation – persönlich zu diesem Werk 🙂
      Tja, in diesem Business muss man eben Prioritäten setzen… und das ist dir gelungen!
      Freue mich schon sehr auf eine Fortsetzung… denn das kann doch noch nicht das Ende gewesen sein!? Es gebe in den USA ja noch den Chicago Marathon… da hätte ich ein paar Läuferinnen Tipps für dich 😉 und da wäre ja noch diese kleine, angehende Lovestory 🙂

      Herzliche Grüße und freue mich darauf, wieder von dir zu lesen!
      Running Zuschi

      1. Hallo Zuschi,
        ich will dir nicht die Hoffnung nehmen, aber wenn es in Richtung Chicago geht, dann erst in ein paar Jahren. Im Moment habe ich 3 andere Romanprojekte in meiner persönlichen Pipeline, die so gar nichts mit Laufen zu tun haben. Außerdem: Wenn ich die Trilogie zu einem guten Ende bringen möchte, dann muss es zu NYR noch mal eine Steigerung geben. Und das will gut konzeptioniert und recherchiert sein. Und das braucht Zeit. Aber dein Angebot bzgl. Chicago-Hintergrund-Infos würde ich dann dankend annehmen!
        Beste Grüße
        Frank

      2. Ok, dann wiege ich mich noch in Geduld 🙂 und wünsch dir für deine Romanprojekte alles alles Gute und v.a. viel Erfolg! Bin schon sehr gespannt darauf auch thematisch andere Werke von dir zu lesen!
        Bis – hoffentlich bald
        Running Zuschi

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