NO women – NO Gaza Marathon

Credit: Demotix.com

Heute, am 8.3., feiern wir den Weltfrauentag. Eine Initiative, die bereits eine über hundertjährige Tradition aufzuweisen hat! Er entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen. Fast passend dazu machte der Ausschluss von Frauen beim Gaza Marathon diese Woche die Runde. 551 Locals, davon 266 Frauen hatten sich für die Rennen am 10. April angemeldet. 51 Frauen wollten laufend den Marathon, Halbmarathon oder die 10 Kilometer absolvieren, die weiteren 215 Frauen waren für die 2 bzw. 10K Walking Bewerbe genannt. Hinzu kommen noch die 256 ausländischen Läufer, von denen 119 Frauen sind. Doch die im Gaza Streifen regierende Hamas vertritt die Ansicht, Frauen haben in der islamischen Welt nicht zu laufen und verbot den Läuferinnen den Antritt. Ja – du liest richtig – diese Denke herrscht zurzeit wenige 1000KM von uns – im Jahr 2013!

Wofür sich die Frauenlaufpionierin Kathrine Switzer vor 40 Jahren erfolgreich eingesetzt hat, scheint in dieser Welt noch lange nicht angekommen… im Gegenteil. Mit aller Gewalt versucht ein System Frauen die natürlichste Bewegungsform des Menschen zu verbieten. Nicht nur gesellschaftlich ist es – angesichts des heutigen Weltfrauentages – erschütternd. Doch abgesehen von Gleichberechtigung & Co. geht es da auch um individuelle Bedürfnisse:

  • Wissenschaftliche Studien belegen vielfach: „No sports“ ist langfristiger Selbstmord. Wer sich nicht bewegt, riskiert seine Gesundheit. Herzkreislauf-Erkrankungen und auch Krebs drohen. Vor einigen Jahrzehnten mögen Frauen in den Islamischen Ländern noch viele Wege zu Fuß zurück gelegt haben, heute werden sie mit Autos – abgeschottet von der Welt – durch die Gegend chauffiert. Von den 10.000 Schritten pro Tag, die die WHO empfiehlt, kann nicht die Rede sein.
  • Wenig Bewegung bedeutet auch einen erheblichen Einfluss auf die psychische Gesundheit. Unter anderem Depressionen sind die Auswirkung.

Der Veranstalter, die UN-Flüchtlingsorganisation, reagierte umgehend auf das Startverbot für Frauen und sagte den Gaza Marathon ab. „We regret to announce that the UNRWA Gaza Marathon, due to be held on 10 April 2013, has been cancelled following a decision by the authorities in Gaza not to allow women to participate.“ verkündete die UN auf ihrer Webside.

Weiterer bitterer Beigeschmack: durch die Absage fällt auch eine entscheidende Einnahmensquelle für Spendengelder weg, die palästinensischen Kindern für sportliche Sommer Spiele zugutekommen sollten.

Weltecho

Die Absage erntete weltweit positivstes Echo. Auch ein Aufschrei – gleich, ob von sportpolitischer oder gesellschaftspolitischer Seite – ging um die Welt. Medien, die sich eher weniger mit Marathonthemen beschäftigen, fanden Platz für eine ausgedehnte Berichterstattung. Hier ein Beitrag vom Tagesspiegel.

Kathrine Switzer brachte es mit den folgenden Sätzen sehr treffend auf den Punkt: „The global women’s running movement is a huge force for good around the world, and is much bigger than one temporary political regime. It is a force that will never be stopped because running, from its earliest beginning, is about freedom– for both men and women– and freedom is more important than politics or religion. They can stop the race but they cannot stop the freedom that is now in these women’s hearts.  I also must add that if Hamas is looking for acceptance in the Western World, they should realize that over half of the western population is women, most of whom do not approve of freedom being taken from their sisters.“

Credit: AVON Berliner Frauenlauf
Credit: AVON Berliner Frauenlauf

Was ich mir denke? Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Laufen mutig und selbstbewusst macht. (by the way: der Club 261 – laufend mutig – beweist es jede Woche :-)) Ein nicht zeitgemäßes System versucht mit allen Mitteln diese Wirkung Frauen zu verbieten. Nichts desto trotz: diese Frauen sind nicht gänzlich von der Welt abgeschnitten und sie haben wahrscheinlich längst durchschaut, dass man(n) ihnen etwas Entscheidendes vorenthalten möchte. Eine wird damit beginnen und zwei, drei, vier… werden folgen und eines Tages erlaufen sie mutig die Welt.

Auch wir sind gefordert diesen Frauen und Mädchen Unterstützung anzubieten – nicht politisch, nicht mit einem erhobenen Zeigefinger – sondern auf Augenhöhe und mit einer ansteckenden Bewegungsfreude. GEMEINSAM! Dann kommen wir im Laufschritt der eigentlichen Idee des Weltfrauentages rasch näher!

In diesem Sinne: happy women’s day 🙂 – run happy! Ich werde mir heute die Laufschuhe schnüren und eine extra Runde für alle Frauen da draußen laufen!

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