Marathon-Tod von Claire Squires: DMAA die Ursache

Virgin London Marathon 2012: etwa eine Meile vor dem Ziel bricht die 30jährige Britin Claire Squires zusammen und verstirbt wenig später. Die Todesnachricht ging rasch die Runde, Betroffenheit lag in allen Gesichtern – auch im Pressezentrum an der Themse, wo wir uns aufhielten. Noch dazu: die begeisterte Läuferin sammelte Gelder für eine Charity Organisation. Eine Woge der Solidarität schlug ein: fast eine Million Pfund kamen über die Spendenplattform „Claire Squires“ zusammen, wie THE TIMES Ende April 2012 berichtete.

Claire wollte unbedingt Bestzeit laufen… Credit: Rafa/PA

Auf Wunsch der Familie wurden weitere Untersuchungen fern der Öffentlichkeit durchgeführt.

Knapp ein Jahr später liegt ein interessanter und zugleich trauriger Bericht auf dem Tisch: wie aus sämtlichen britischen Medien zu entnehmen ist, hängt die Todesursache mit der Einnahme von legal käuflichen, leistungsfördernden Mitteln zusammen. Konkret: Claire hatte während des Rennens ein Supplement, welches DMAA enthält, zu sich genommen.

Der Gerichtsmediziner, Dr Philip Barlow, meinte dazu in der Online Ausgabe von „the guadrian“ (30.10.13): „Claire died on 22 April 2012 at St Thomas‘ hospital after collapsing during the final stretch of the London marathon. She had taken a supplement containing DMAA, which on a balance of probability, in combination [with] extreme exertion, caused cardiac failure, which resulted in her death.“

Was ist DMAA? Es weist eine ähnliche Struktur wie ein Amphetamin auf, wird synthetisch hergestellt und wird als Nahrungsergänzungsmittel unter unterschiedlichen Namen vertrieben. Eine Studie aus 2011 zeigte, dass diese Substanz in Kombination mit Koffein aber auch alleine den Blutdruck erhöht, ohne die Herzfrequenz zu steigern. Hinzu kommt, dass diese Substanz wenig erforscht ist. Im August 2012 reagierte – unabhängig von Claire’s Fall die WADA und setzte DMAA auf die Liste verbotener Substanzen.

Claire Squires' death @ London Marathon
Traurige (Doping)Tatsachen aus London, Credit: Horst von Bohlen

Laut ihrem Freund hatte Claire DMAA über das Trinkpulver Jack3d zu sich genommen, das sie online bezogen hatte. Was als „a ’natural‘ stimulant, apparently derived from geranium, that could increase performance,“ angepriesen wurde – wie auf der Online Plattform International Business Times berichtet wird, wurde Claire zum tödlichen Verhängnis.

„Sie hatte sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, unbedingt ihre Bestzeit zu unterbieten. Sie wollte unter 4 Stunden bleiben,“ erzählte ihr Freund. Mit Hilfe des aufputschenden Getränks auf den letzten Kilometern hätte es klappen sollen (um den Mann mit dem Hammer zu entkommen… wie sie laut Zeugen angeblich vor dem Rennen meinte).

Was diese Mischung mit ihr anstellen könnte, damit hat sich die junge Britin nicht beschäftigt. „Es wird schon gut gehen… ich will das unbedingt schaffen“ so ähnlich werden wohl ihre Gedanken gewesen sein.

Eine traurige Geschichte, die im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gegangen ist. Es bleibt nur zu hoffen, dass Hobbysportler – gleich wie schnell sie sind – daraus (ein wenig) lernen und aufmerksamer und sorgsamer mit angepriesenen Mittelchen umgehen (oder noch besser: einfach drauf verzichten!). Ich möchte niemanden etwas unterstellen, es liegt mir fern über irgendjemanden zu richten. Es ist jeder für sich selbst verantwortlich und jeder muss für seine Sünden zahlen – früher oder später. Es stellt sich einfach nur die Frage: zahlt es sich aus? Und darum geht es nicht nur bei Lance Armstrong und Kollegen…

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