Running Zuschi @ Frankfurt Marathon 2012: Eindrücke, Erlebnisse und Impressionen

Der BMW Frankfurt Marathon 2012 – lange habe ich darauf hin gefiebert (und auch ein wenig hingearbeitet :-)) und jetzt blicke ich auf ein tolles Laufereignis zurück. Was von diesen 42,2km durch die Main-Metropole geblieben ist…?

Frankfurt Marathon 2012 – hallo, hier bin ich!
  • H… wie Hallo Hessen: Freundlich, unterstützend, motivierend, offen… so begrüßte uns Frankfurt. Die Veranstaltungsagentur „motion events“ rund um Renndirektor Jo Schindler versuchten es den Teilnehmern sowie deren Begleitern so komfortabel wie möglich zu machen. Besonders aufgefallen: die hilfsbereiten (meist ehrenamtliche) Mitarbeiter, die mit Rat und Tat vor, während und nach dem Rennen da waren. Und noch dazu: immer ein Lächeln und ab und dann einen Scherz auf den Lippen. Wir fühlten uns von Anfang an wohl und willkommen! DANKE, Frankfurt!

    Messebesuch…
  • A… wie a…kalt: Knapp über 0 Grad zeigte am Rennmorgen das Thermometer. Nach einem äußerst milden Herbst eine rasante Kältekur. Doch alles jammern nützte nichts, rein in die Klamotten und ab zum Start. Dank dichtem Gedränge im Startbereich fiel die Kälte anfangs nicht so auf, aber ab der ersten Kurve spürte ich die eiskalte Frankfurter Luft (zugegeben besser als Hitze)… doch mit Dauer des Rennens machten die äußeren Bedingungen v.a. meine Nasenschleimhäute und Bronchien zu schaffen. Wasser an den Labestationen war für mich nicht trinkbar… mein Magen erklärte von Beginn an das eiskalte Wasser zum Tabu. Zum Glück gab es immer lauwarmen Tee, an dem ich mich labte. Dank top-Unterstützung meiner mitgereisten Lauffreunden, war die Lieferung von Elektrolythgetränken gesichert… sonst wäre die Geschichte wahrscheinlich schief gelaufen…

    Mein Dopingmittel: Horst!
  • R… wie rauer Wind: der blies uns vor allem in den Frankfurter Hochhausschluchten und dann zwischen KM 29 und 36 ordentlich um die Ohren. Da galt es nur: Augen zu und durch… auch wenn’s mir Sekunden, vielleicht Minuten gekostet hat: ich hab’s durchgezogen und bin einfach mein Tempo gelaufen.
  • T… treue Helfer: mein lieber Horst, Kornelija und Gernot begleiteten mich zu meinem Frankfurt Abenteuer. Und eilten – trotz eisiger Temperaturen von Treffpunkt zu Treffpunkt – um mich perfekt mit Getränken und v.a. Anfeuerungsrufen zu unterstützen. An dieser Stelle ein RIESIGES DANKESCHÖN an euch drei… ihr ward einfach der HIT!!! Dank zahlreicher Kreise im Frankfurter Zentrum war es auf den ersten und letzten KM relativ einfach zu Fuß von einer Stelle zur nächsten zu kommen. Doch durch die lange Schleife – zuerst am südlichen Mainufer und dann auf nördlicher Seite wieder retour – forderte genaue Planung, um mit den S-Bahnen pünktlich bei den Treffpunkten zu sein. Gott sei Dank klappte alles wie geschmiert! 🙂

    Lagebesprechung… mit meinen treuen Unterstützern!

 

  • A… wie Anfeuerungsrufe: Es gab an der Strecke fast keinen Kilometer, wo keine Zuschauer uns Marathonis anfeuerten. Viele standen stundenlang am Wegesrand und gaben uns Energiekicks ohne Ende. Vom Veranstalter geschätzte 450.000 Menschen säumten gestern die Straßen. Besonders beeindruckte mich eine Musikband, die bereits um 10.00 morgens in der Frankfurter Innenstadt ihr bestes gab… und als ich bei KM 38 nochmals vorbeikam, spielten sie nach wie vor bestens gelaunt vor sich hin. Und ich gehe davon aus, dass sie es für die 5 Stunden Finisher auch noch getan haben 🙂
  • B… wie bange Momente:Wird dieses Rennen aufgehen? Kann ich hinten raus das Tempo halten? Diese und viele andere Gedanken schwirrten mir während der 42,2km durch den Kopf. Ich rief mich dann immer wieder zurück, fokussierte mich und trieb mich mit positiven Gedanken an. (dabei hätte ich bei KM 31 fast Gernot übersehen :-)) „Jeder hat seinen Marathon im Leben… und irgendwann kommt man an einen Punkt, wo es verdammt hart wird. Kämpfe für das, was du liebst!“

    Keep going!
  • E… wie Emotionen: die kamen dann so richtig beim Messeturm hoch. Noch eine Kurve und schon war ich in der Festhalle. Der rote Teppich, den ich mir im Gedanken so viele Male vorgestellt hatte, lag vor mir. Endspurt…! 3:10:12 stand auf meiner Uhr. Persönliche Bestzeit.
  • R… wie Rekorde: Mit Weltrekord im Vorfeld wurde v.a. in den Medien spekuliert. Denn mit Patrick Makau stand ja der Weltrekordinhaber über die Marathondistanz am Start. Doch die eisigen Bedingungen schafften den Kenianer und er kämpfte von Beginn an mit muskulären Problemen. Doch er bewies…

    Kampf an der Spitze

 

  • H… wie Herz: nach KM 35 noch an 2. Position laufend, schien er seine Beine in die Hände zu nehmen und seinem Siegeswillen freien Lauf zu lassen. Im Vorfeld hatte er gemeint: „in erster Linie will ich hier in Frankfurt gewinnen. Der Weltrekord wäre eine nette Draufgabe.“ Nach 2:06:08 hatte er sein „Minimum“ erfüllt und sein bisher härtestes Rennen für sich entschieden! Respekt! Apropos Rekord: mit der Siegerzeit von 2:21:01 lief die Äthiopierin Meselech Melkamu das drittschnellsten Marathondebüts überhaupt. Oben drauf gab’s damit auch noch einen neuen Frauenstreckenrekord!

    Die beiden Frankfurt Sieger 2012 sowie die beiden schnellsten deutschen Läufer!
  • E… wie Entwicklung: Zugegeben – eine Zeit unter 3:10 wäre toll gewesen. Dieser Marathon – und v.a. die Vorbereitung hat mir wieder gezeigt: diese Distanz ist kein Wunschkonzert. Wer mit ihr spielt, bekommt früher oder später die Rechnung. Ich konnte meine Bestzeit um gut eine Minute unterbieten, es war wieder ein Schritt weiter… egal, wie weit mich diese Reise noch führen wird (oder auch nicht) – ich bin dankbar und happy!

    Geschafft!
  • R… wie weitere Rennen:„nach dem Marathon ist vor dem Marathon“ – so ein altes Läufersprichwort. Um ehrlich zu sein… derzeit möchte ich darüber noch nicht nachdenken. Ich möchte jetzt meinem Körper eine Auszeit gönnen, gut regenerieren und Kraft tanken. (Wie andere Hobbysportler immer nur auf dem Renntrip sein können, ist mir ein Rätsel… aber das muß ich ja nicht lösen!)

    Wohin geht die nächste Reise?
  • Z… wie Zauberzahl 7: Athletenbetreuer Christoph Kopp verpasst seinen persönlichen Geheimfavoriten seit Jahren die Startnummer 7, seine persönliche Glückszahl. Beim diesjährigen Damenrennen lag er mit der Startnummer F7 für Meselech Melkamu goldrichtig. Im Herrenrennen hätte es auch fest geklappt… lange lag Deressa Chimsa in Führung, ehe ihn Makau auf Rang 2 verwies. Running Zuschi’s Brust zierte die Nummer F1707 – double 7 – na bitte… und es hat ja mit neuer Bestzeit, Rang 64 in der Damenwertung und Rang 14 in der Altersklasse ganz gut geklappt 🙂
  • L… wie Lisa Hahner: sie legte ein unglaubliches Marathondebüt hin! 2:31:28 – einfach großartig! Ihre Freude kannte keine Grenzen, genauso wenig wie ihre Energie… ob sie gestern Nacht durchgefeiert hat? Ich freute mich riesig für sie… und als Belohnung servierte ich ihr umgehend den gewünschten Streuselkuchen. Den sie sofort mit Genuss veschlang… liebe Lisa… erhol dich gut und genieße deinen Erfolg!

    Bravo Lisa zu deinem tollen Debüt!
  • I… wie International: Frankfurt – by the way der älteste, deutsche Stadtmarathon – hat sich zu einem internationalen Top-Laufevent entwickelt. Zum einen blickt die Laufwelt auf die schnelle Strecke: gibt es wieder einen neuen Rekord? Zum anderen nehmen immer mehr Hobbyläufer aus aller Welt am 2. größten Marathon Deutschlands teil. Über 16.000 Nennungen gab es für den Marathon 2012, 12.054 finishten das Rennen (2180 Frauen und 9784 Männer – lt. Ergebnisliste).
  • C… wie Club 261: Am Vortag des Rennens fand ich ein ganz besonderes Video in meiner Mailbox… ein unglaublicher Kick, der mich im Rennen immer wieder vorantrieb. HIER klicken… um es anzusehen 🙂
  • H… wie Hunger: den hatte ich dann auch nach diesen ereignisreichen Tag. Und so stürmten wir als Belohnung eine kleine, feine Pizzeria namens Italia90 in Sachsenhausen. Leider waren die Augen wieder einmal größer als der Magen… aber egal – geschmeckt hat’s!!!

Ja, hart, aber herzlich – so war für mich der BMW Frankfurt Marathon 2012. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung und dieses Rennen – mit all seinen Facetten im Vorfeld, während des Rennens und danach! An dieser Stelle möchte ich mich bei all meinen Lieben ganz herzlich für ihre Unterstützung, das Daumendrücken und die Glückwünsche bedanken… Ich hab mich riesig darüber gefreut! Das Leben mit einem Marathonfreak ist nicht immer einfach, aber dafür doppelt spannend und emotional! 🙂 Wann immer mein nächstes Marathonrennen sein mag… ich freue mich schon darauf! DANKE!

 

11 comments on “Running Zuschi @ Frankfurt Marathon 2012: Eindrücke, Erlebnisse und Impressionen

  1. Vielen Dank für den schönen Bericht, der jetzt – gut zwei Tage später – auch bei mir noch mal die ein oder andere Emotion hervorgerufen hat. Wie du auch geschrieben hast – die Luft hat mir bereits von Anfang an Probleme bereitet und ich hatte dadurch das Gefühl, zu langsam gestartet zu sein. Dafür hatte ich nach hinten raus noch Energie und hab auf den letzten 3km noch mal viele überholt und war völlig erschöpft im Ziel. Sonst bin ich am Tag 3 nach dem Marathon wieder laufen gegangen, aber ich glaube, morgen mache ich auch noch mal ein Tag Pause – das haben wir uns verdient 🙂

    1. Hallo! Gratuliere zu deinem tolle Marathonergebnis!!! Es dauert ein paar Tage, um die ganzen Emotionen, Eindrücke und Erlebnisse real werden zu lassen… und ich finde, genau das macht diese 42,2km so besonders.
      Genieße deine Läufe… aber auch die Erholungsphase nach dieser Anstrengung… wie du schon geschrieben hast: das haben wir uns redlich verdient.
      Schon laufende Zukunftspläne? Viel Spaß bei der Planung und bis bald – Running Zuschi

      1. Ja, im April wird in Boston gelaufen 🙂 Da fiebern wir schon seit über zwei Jahren drauf hin.
        Davor werde ich im Januar in Rodgau noch mein erster Ultramarathon (50km) gelaufen. Letztes Jahr musste ich leider erkältungsbedingt vom Start zurücktreten 🙁

      2. Wow – Boston! Das ist cool! Der ist auch noch auf meiner Liste.. .mal sehen, wann es klappt! Wo bist du das Limit gelaufen?
        Da wünsch ich dir für dein Training alles alles Gute… und v.a. Gesundheit, damit auch der 50er klappt 🙂 Viel Spaß – running zuschi

      3. Ich bin die Quali letztes Jahr in Frankfurt gelaufen, aber da war man für 2012 zu spät. Im April in Hamburg konnte ich mich sogar noch mal verbessern, und jetzt ist die Anmeldung durch, die Flüge gebucht und die Vorfreude steigt 🙂

  2. Das sind wunderbare und sehr emotionale Zeilen, die du hier geschrieben hast. Gänsehautfeeling beim lesen!
    Frankfurt entwickelt sich scheinbar zunehmend zum ‚hotspot‘ in der Laufszene. Trotz einer Flut an Wettbewerben gibt es hier zunehmende Teilnehmerzahlen. Aber diese Stadt versprüht einen besonderen Reiz. Und wo sonst hast du so ein edles Ambiente im Ziel. Da lohnt es sich zu finishen.
    Ich habe das Rennen im TV verfolgt. Es war – im Gegensatz zu uns – strahlend schön! Aber ich denke, dass die tiefen Temperaturen, wie auch die scharfen Richtungswechsel schon eine größere Herausforderung darstellten, wie dies via TV vermuten ließ. Diese Strecke ist nicht so ohne! Umso bewundernswerter deine persönliche Bestzeit, zu der ich dir natürlich sehr herzlich gratuliere. Das war perfekt!!

    1. Vielen lieben DANK 🙂 ja, Frankfurt entwickelt sich zu einem ganz großen… ABER: auch wenn die Strecke schnelle Zeiten produziert, sie ist sicherlich nicht einfach (Berlin kam mir leichter vor…!) es sind viele Kurven, 2 Brücken und tw. windschlüpfrige Stellen. Aber Marathon ist eben kein Kindergeburtstag. Auch wenn das Image „schnelle“ Strecke zum denken verleitet – „ach, das ist easy“ – dem ist nicht so! Laufen müssen wir immer noch selbst die 42,2km und was auf dieser Strecke so passiert, kann keiner vorhersagen! Aber genau das macht diese Faszination auch aus! CU soon! und ganz liebe Grüße

  3. Ganz ♥-lichen Glückwunsch zu der Bombenzeit – das liest man sehr, sehr gerne. Du hast dir den grandiosen Einlauf in die Messehalle wahrlich verdient, und du wirst ihn sicherlich auch nie vergessen – Frankfurt ist super und du auch !! 😉

    1. Vielen lieben DANK… ja, Frankfurt ist bereits eingebrannt! Und es wirkt heute doppelt nach 🙂 herzliche Grüße in den Norden (habt ihr auch so viel Schnee??? und so eine a…kälte?)

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