Udine Halbmarathon 2012: Ergebnisse und Fotos

Seit den Halbmarathon Weltmeisterschaften 2006 ist der Udine Halbmarathon ein Begriff in der Langstreckenlaufszene. Und sein Termin liegt gerade zu ideal, um ihn zur Formüberprüfung für die Herbstmarathons zu nützen. Jeden 3. Septembersonntag tun das vor allem italienische Läufer. Aber auch KärntnerInnen waren 2012 wieder mit dabei. Nach meinem ersten Lokalaugenschein 2009 entschied ich mich dieses Jahr Udine in Laufschuhen auszuprobieren.

Project: Udine Halbmarathon 2012

Völlig entspannt und voller Vorfreude (immerhin war es 2012 mein erster Halbmarathon!) starteten frühmorgens wir gen Italien los. Da wir unsere italienischen Lauffreunde bereits ein wenig kennen, versuchten wir gleich um 7:30 bei der Startnummernausgabe am Piazza dell‘ Liberta im Herzen von Udine zu sein, um uns langes Anstellen zu ersparen.. Gedacht – getan – binnen 3 Minuten hielt ich meine Startnummer samt neuem Langarm ASICS T-Shirt 🙂 in Händen. So blieb noch ein wenig Zeit in einem Kaffeehaus die italienischen Morgen-Riten zu beobachten.

Start am Fuße des Schlossberges… zum Glück ging’s nicht hinauf 🙂

Punkt 9.30 fiel dann der Startschuss und rund 1.700 Athleten wälzten sich über das Kopfsteinpflaster der Altstadt in Richtung Norden. Es war wieder ein wunderschönes Gefühl 21,1km vor sich zu haben. Die Stimmung auf der ersten Streckenhälfte war zwar etwas dürftig, aber ich war froh – trotz müder Beine (aus dem Training) – bald in einen guten Rhythmus zu fallen.

Bei KM 14 kam ein kurzer Einbruch, aber die Aussicht meinen fotografierenden Horst in einem Kilometer zu erblicken und mir bei der nächsten Labestation ein Gel zu genehmigen, pushten mich wieder zurück in die geplante Wettkampfpace.

Und dann startete ich mein Projekt: RAUS AUS DER KOMFORTZONE

Auf geht’s – raus aus der Komfortzone!

Die Beine schmerzten, der Kopf war leer, aber ich ließ nicht locker. Ich versuchte meine Pace anzuziehen – trotz leichtem Anstieg und den bevorstehendem 800m Kopfsteinpflaster. Und es gelang. Was dabei vor allem half: meine Mantrasprüche… kurz, knackig, positiv… fertig. Im Ziel brauchte ich ein paar Minuten, um wieder auf Lebensniveau zu kommen (zum Glück ohne Fremdhilfe :-)) und die erfreuliche Tatsache: neue Bestzeit – bejubeln zu können.

Die schnellsten Beine durch Udine

Bravo Sylvie!

Bei den Herren waren die kenianischen Athleten eine Macht für sich. In 1:00:23 siegte Robert Chomesin. Der als Mitfavorit angereiste Merga (ETH) mußte aufgeben. Bei den Damen lief die Kenianerin Georgina Rono mit 1:07:58 ein sehr starkes Rennen und deklassierte ihre Verfolgerinnen um über 4 Minuten. Sehr gut erging es meiner Landsfrau Sylvie Tramoy. Sie lief nach 1:21:49 über die Ziellinie. Ihre 2. schnellste Halbmarathon Zeit überhaupt… eine perfekte Vorbereitung für ihren BMW Frankfurt Marathon Start in fünf Wochen. Herzlichen Glückwunsch, liebe Sylvie!

Die weiteren Rennergebnisse findest du hier

Last but not least: Weitere Udine Fotos warten auf Horst’s Flickr Seite

Conclusion:

  • Wer Udine kennt, hat sicherlich auch die schönen Berge am Horizont im Kopf. Auch wenn die Stadt auf den ersten Blick flach wirkt: Richtung Norden „schmiert“ es sich schön hoch. Flotten Schrittes geht es dann wieder in Richtung Innenstadt, wo auf der Schlußrunde ins Centro Storico noch ca. 800m Kopfsteinpflaster warten. Eigentlich perfekt für all jene, die im November den Florenz Marathon bestreiten möchten.

    Sieht grimmig aus – ist aber super nett und hilfsbereit!
  • Auch wenn es in die Vororte der Friulanischen Hauptstadt geht, jede Straßenecke hat visuell was zu bieten und die 21,1 Kilometer gehen schnell vorbei.
  • Labestationen alle 5 Kilometer, ein prallgefüllter Gabentisch im Ziel und eine große Pastaparty im Anschluss an das Rennen am Piazza Duomo lässt auch den Gaumen jubeln.
  • Was mir besonders auffiel: die Hilfsbereitschaft der Laufkollegen. Egal, ob Weitergabe der Trinkflaschen und Schwäme an den Labestationen oder das Angebot, mich an ihre Fersen heften zu dürfen… genauso sollte (Hobby)Sport sein.
  • Die Organisation war perfekt. Alles ist beschriftet, die freiwilligen Helfer stehen mit Rat und Tat freundlich und top-motiviert zur Seite. Nichts wird dem Zufall überlassen. Selbst um die Rückgabe der Zeitnehmungschips braucht man sich nicht kümmern, die werden einem gleich nach der Ziellinie abgenommen.
  • Parkplätze gibt es – trotz Innenstadt – ausreichend ums Eck (am Piazza primo maggio) und die ohne Gebühren! Gerade einmal 5 gaaaanz langsame Gehminuten braucht man vom Ziel bis zum PKW.
  • Und mein ganz persönliches Resümee: Zähne zusammenbeißen lohnt sich, vor allem für die bevorstehende doppelte Distanz. Denn da kommt KM 35 bestimmt.

Die wohlverdiente (kulinarische) Belohnung

Leckere Eiweißbombe

Fotografieren macht hungrig… und für das tolle Coaching gab es eine leckere Funghi Pizza für Horst. Und für mich? Nach dem Rennen packte mich der Heißhunger auf hochkonzentriertes Eiweiß. So gönnte ich  mir ein (verdammt) großes Steak… Zu guter Letzt half das beste Zähne zusammenbeißen nichts, bei 3/4 der Portion war leider Schluss… mein Magen voll und ich so richtig schlaffertig 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.