Trail Running aus einer neuen Perspektive

Jeder hat so seine „Glaubenssätze“  –  und manchmal tut es gut, sie zu überdenken. Nach fünf Tagen in Font Romeu, einigen Laufkilometern mit dem Salomon Running Team und neuen Lauffreunden aus aller Welt habe ich meine Gedanken rund um Trailrunning neu geordnet.

  • TRAILRUNNING IST „nur was für Einzelgänger“
Gemeinsam machen Entdeckungsreisen Spaß…

Bei den gemeinsamen Läufen mit Läufern aus 14 Nationen rund um Font Romeu war es ein tolles Gefühl die neuen Routen und Landschaften mit ihnen zu teilen, dabei zu lachen, zu plaudern und an traumhaften Plätzen auch mal kurz inne zu halten und zu genießen. Solche Momente mit Freunden und/oder Familienmitgliedern zu teilen ist ein besonderes Geschenk. Ich erfuhr auch, dass Trail Runner weitaus mehr zum „Rudellaufen“ neigen, als wir Straßenläufer. Dazu gehört natürlich auch der soziale Part danach… Wobei aber auch der Sicherheitsgedanke im Gelände nicht vergessen werden sollte.
Neue Erkenntnis: Trailrunning = Gruppensport mit Unterhaltungs- und Erlebniswert.

  • TRAILRUNNING IST „nur für reife Jahrgänge“
Running Trail Kids

Irgendwie steckte in meinem Kopf noch das Bild vom 50+ Läufer, der nach seiner Straßenkarriere das Gelände für sich entdeckt. Auch dieses Schema muß ich revidieren. Ich lernte die Trail Runner als junge, verrückte Gruppe kennen, die etwas erleben und entdecken möchte. Sie wollen die Natur spüren – mit all ihren Gewalten. Und das am besten teilen, mitnehmen und anderen via neuen Medien zeigen. Damit auch sie  – am besten gleich und sofort loslaufen… QUERFELDEIN! 🙂 Fast übertrieben könnte ich behaupten, die Trailrunner sind die Freeskier der Alpin Ski Szene! Und so ist es auch mit ihrer Mode: ein Blick auf die neue Salomon Kollektion beweist es!

Neue Erkenntnis: Trailrunning = jung, dynamisch, abenteuerlich und auch etwas verrückt.

  • TRAILRUNNING IST „nur für Extreme“
über 700 Teilnehmer bei Kilian’s Classik 12

Läufe in der Wüste, in der Antarktis, im gefährlichsten Gelände und über tausende Höhenmeter, das stunden- und tagelang. Ja – das lieben Trailläufer – va. jene, wie ich sie oben beschrieben habe. Doch Trail laufen muß nicht zwingend so extrem sein. Im Gegenteil… eine Laufrunde im Wald oder einmal querfeldein über Wiesen und Felder… auch das ist Trail Running. Und was Rennen anbelangt: es gibt auch wunderschöne, kürzere Strecken, wie zum Beispiel den 15K Bewerb beim Wörthersee Trail Manik oder den 10K Lauf bei der Kilian’s Classik. Und auch da wird jeder im Ziel als Sieger gefeiert!

Neue Erkenntnis: Trailrunning = kann jeder

  • TRAILRUNNING IST „nur für Erfahrene“
Aufi… gleich wie schnell!
Credit: Aapo Laiho

Klar, um lange Etappen im (N)Irgendwo zu laufen – vielleicht sogar noch im hochalpinen Bereich: dazu bedarf es entsprechender Erfahrung und Übung. Doch es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Als gebürtige Flachländerin weiß ich, wovon ich schreibe. Es lohnt sich heranzutasten und bei jeder neuen Tour tolle Abenteuer zu erlernen. Entscheidend sind nicht die Höhenmeter, sondern was du entdeckst und siehst!

Neue Erkenntnis: Trailrunning = auch für Einsteiger bestens geeignet.. was macht es schon aus, den Anstieg zu gehen! Hauptsache du kommst oben an… gleich wie!

  • TRAILRUNNING IST „nur für Minimalisten“
Jonathan weiß warum: 2 Suunto Ambits sind besser als 1

Jedes Gramm macht sich beim Bergauflaufen bemerkbar. Dass Trail Runner deswegen mit so gut wie Nichts loslaufen, war falsch gedacht. Die Profis zeigten es mir vor: ohne Jacke – natürlich extrem leicht und funktionell – geht keiner los. Ebenso wenig ohne Kopfbedeckung und einer GPS Uhr. (ich mußte am eigenen Leib erfahren, wie zeit- und nervensparend eine gute GPS Uhr ist, die einen zum Ausgangsort führen kann 🙂 THG for Suunto Ambit) Ein Trinkrucksack oder ein Hüftgurt mit einer Trinkflasche gelten bei einer längeren Laufpartie ebenfalls zu einem Must… die Hoffnung, dass es vielleicht irgendwo etwas gibt… darauf lässt sich ein Trail Läufer nicht ein! Und ein Gel oder Riegel geht ebenfalls immer mit. Weiche Knie oder eine Hungerrast vor dem letzten Anstieg können rein gar nichts!

Neue Erkenntnis: Trailrunning = Mehr ist auch mal weniger! Und mitdenken hilft, um wieder gut und sicher nach Hause zu kommen

  • Last but not least: TRAIL RUNNING ist „nix für Straßenläufer“
Es machte einfach nur SPASS! 🙂

Wie ich in meinem Bericht über den Trailbewerb bereits geschrieben habe, kann uns leidenschaftliche Straßenläufer sehr wohl weiterbringen. Da wäre zum einen die Koordination: auf den schmalen Trails müssen wir ständig austarieren… die perfekte Ergänzung zum Stabitraining. Dann der Geländewechsel, um der Laktattoleranz zu schulen… übrigens eines der Erfolgsgeheimnisse der Kenianer. Und durch die Anstiege kommt auch noch eine Portion Kraft hinzu. Ein Ausflug ins Gelände kann sich ab und dann also lohnen.

Neue Erkenntnis: Trailrunning = eine Bereicherung des Straßentrainings.

ABER: wer einen schnellen Straßenlauf vor hat, sollte auch die Dosis im Gelände achten… 🙂 Wie bei so vielen im Leben… und hier stellt sich meine Welt auch wieder richtig ein, denn dieser Glaubenssatz lässt sich nicht umschmeißen 🙂

In diesem Sinne… keep on runnin…

5 comments on “Trail Running aus einer neuen Perspektive

  1. Gratulation zu deinem Bericht! Das muss ja richtig Spaß gemacht haben! Überhaupt wenn man das „Titelfoto“ (ein Hammer!) betrachtet! Und obwohl wir inmitten von Bergen leben, scheint sich da eine neue Welt aufgetan zu haben!

    Unsere liebe NaDIN werden wir einmal nach Kärnten einladen, damit sie ebenfalls in den Genuss des „Trailrunnings“ kommt. Bis Wien hat sie’s ja schon geschafft, aber das ist ja auch nur flach!

    Bis bald …!

    1. JAAAAAA! Das wäre wirklich suuuuper mit DIN durch unsere Heimatberge zu laufen… @NaDIN … du wirst dich wundern, wie spielerisch du plötzlich auf über 2.000m Seehöhe federleicht läufst! Wir freuen uns schon riesig darauf!

      Und noch eine Anmerkung zu deinem 2. Satz – lieber Reinhard… ja, oben auf dem Gipfel können wir in andere Welten blicken und uns von dort neue Ideen und Kraft holen… damit wir im Tal etwas bewegen können! 🙂
      Bis bald und ganz liebe Grüße
      edith

  2. Es hat Spaß gemacht, durch deinen Bericht zu fliegen. Sehr schön beschrieben und da bekomme ich also absoluter Flachlandmensch wieder richtig Lust, auch mal wieder kleine Berge zu besuchen und die Straße zu verlassen.
    Vielleicht macht es auch als Neuling gerade mit so vielen Leuten Spaß, wenn man direkt die neuen und schönen Seiten mit jemandem teilen kann.
    Viele Grüße!

    1. ja – da hast du absolut recht… 🙂 vor allem verliert man in der Gruppe als Trail Running Greenhorn die Angst und in der Gruppe fällt plötzlich ein Anstieg kinderleicht!
      Wünsch dir bei deinen Geländeausflügen ganz viel Spaß!
      GLG – running zuschi

      1. Oh ja, genau, da sehen die Berge vielleicht nicht mehr ganz so hoch. Ich stehe ja noch ganz unten und schaue ehrfürchtig nach oben.

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