Ein Ende der (Lauf)Fastenzeit

Lauffasten: Zeit um in sich zu gehen

Fastenzeit für viele ein Grund, um sich über 40 Tage und mehr in Enthaltsamkeit zu üben. Heilfasten, Schokoladefasten, Autofasten, Fleischfasten, Gummibärenfasten, Fernsehfasten, Alkoholfasten… jeder von euch könnte noch ein paar Begriffe hinzufügen.

Für Running Zuschi hieß es in den letzten sechs Wochen LAUFFASTEN! Der liebe Tractus iliotibialis verbannte mich dazu. Für eine begeisterte Läuferin wie mich eine harte Zeit. Zu Beginn – die Entzugserscheinungen… fehlende Endorphine nach ruhigen Läufen, Adrenalin nach Horst’s Drill-Einheiten. Zappelphilipp pur. Dann die Suche nach einer „Ersatzdroge“, die mit Rennradfahren und Ergometer rasch gefunden war… wie gut doch diese „Fastensuppe“ schmeckte.

Freunde und Bekannte, die bereits einmal Heilfasten praktiziert haben, berichteten von einer Art Reinigung… so etwa wie Silberläufer. Auch beim LAUFFASTEN kommt es unweigerlich zu diesem Effekt. Ich reflektierte die letzten Laufmonate, überlegte mir, was ich in der Vergangenheit falsch angepackt hatte und wie ich es zukünftig besser machen möchte. So konnte ich viel für mich klären… ebenso, wie neue Ziele zu definieren. Ein erleichtender Frühjahrsputz!

Und täglich grüßen die Stabiübungen...

Um die Zeit der Enthaltsamkeit durchzuhalten, bedarf es auch einer guten Portion Konsequenz… Das fiel mir wohl am leichtesten. In all den sportlichen Jahren… seit meiner Jugend… hatte ich mir diese Eigenschaft angeeignet. Das betraf nicht nur das Aushalten, nicht laufen (mit Ausnahme von Bergläufen) zu dürfen, sondern mich auch verstärkt Stabilitäts-, Koordinations- und Kräftigungsübungen zu widmen… und das täglich! Dank Horst und dem Physiotherapeuten Herbert Leitner gelang mir das mit abwechslungsreichen Übungen. Dazu kam auch noch die Einsicht über die Sinnhaftigkeit dieser manchmal sehr anstrengenden Arbeit. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die beiden…!

Dann die wöchentlichen Checks… Was für die einen die Gewichtskontrolle ist, war für mich die Schmerzüberprüfung. Spür ich noch was???

Und die härtesten Herausforderungen: Das Objekt der Begierde vor die Nase gesetzt zu bekommen. Etwa beim Lissabon Halbmarathon, als unbeschreibliche Menschenmasse über den Tejo liefen und ich etwas wehmütig vom Ziel aus das Treiben beobachtete… Oder die jubelnden Sportler, wie ich sie über die Ziellinie laufen sah… Aber auch das gab mir die Chance, meine Leidenschaft aus einer anderen Perspektive kennen zu lernen. Als Betreuerin, als Motivatorin, als Organisatorin….

Die Abstinenz erzeugte auch eine ständig wachsende Vorfreude auf die kommenden Laufzeiten. Harte Einheiten… oh, wie werde ich euch lieben! Nie wieder jammern, nie wieder Angst davor haben, Vorgaben nicht erfüllen zu können. Egal… Hauptsache LAUFEN! Den Sinn und den Kern der Sache wieder entdecken, erkennen und lieben.

Nach langen Wochen des Wartens, Tuns, Geduld üben… soll ich, soll ich nicht…? Ok, ich warte noch ein wenig zu. Doch dann: der große Moment endlich wieder loszulaufen! Und es klappte – JUCHU! Ganz ohne einem Hauch von Beschwerden! Die Leichtigkeit fehlt noch ein wenig… aber der GENUSS! war da, das zählt!

So hoppelt Ostern 2012 der Hase… und Zuschi läuft… beide mit neuen Erkenntnissen, Erfahrungen, Begegnungen, Zielen 🙂
In diesem Sinne… wunderschöne Osterfeiertage, lasst euch alles so richtig gut schmecken & RUN HAPPY!

PS: für all jene, die an diversen orthopädischen Verletzungen laborieren und physiotherapeutische Hilfe benötigen: Das Interdisziplinäre Gesundheitszentrum Der Kornkreis in Klagenfurt – wo auch Herbert Leitner tätig ist – kann ich sehr empfehlen! Unbürokratisch und sehr hilfreich.

4 comments on “Ein Ende der (Lauf)Fastenzeit

  1. Mit großer Begeisterung habe ich deinen Artikel gelesen, wohl ahnend wie schwer dir diese unfreiwillige Enthaltsamkeit gefallen ist. Aber jetzt – RunningZuschi is back! Die harte Zeit der Entbehrungen und der harten Übungen mit deinen Trainern (wo dich noch dazu einer der beiden täglich aus der Nähe im Auge behält) ist vorbei. Die Laufsaison kann (wieder) beginnen!

    Alles Gute und eine verletzungsfreie Zeit wünscht dir – Reinhard

    1. lieber Reinhard,
      vielen lieben dank 🙂 ja, es warten jetzt wieder laufreiche Zeiten auf mich.. Und ich hoffe sehr, dass wir bald gemeinsam eine Runde drehen.
      Apropos… schön zu lesen, dass du heute endlich wieder deine Lieblingsstrecke laufen konntest. Auch für dich ist die Fastenzeit wieder vorüber… und das ist einfach großartig.

      Ganz liebe Grüße
      Running Zuschi

  2. Hallo Edith, ich kann dich nur beneiden, dass du deine sogenannte Fastenzeit bereits schon hinter dir hast. Jetzt kannst dich auch schon auf das Wesentliche vorbereiten, auf deine Ziele
    und Limits welche du dir bereits gesteckt hast.
    Meine läuferische Fastenzeit wird wohl noch die eine oder andere Woche andauern. Bin sehr froh über die vernünftigen Ratschläge von dir und Horst, welche ich diesmal strikt befolgen werde obwohl es sehr schwer fällt Leidenschaft und Vernunft zu trennen. Auch nach Anraten von meinem Sportarzt ist mit der Diagnose „Tibiakantensyndrom“ nicht zu spassen.
    Jedenfalls freut es mich, dass deine Laufschuhe nicht mehr in irgendeinem Eck verweilen müssen.
    Also, keep on running!!!!
    Lg Arnulf

    1. Lieber Arnulf!
      Die Zeit des Wartens ist eine harte… aber auch eine lehrreiche. Gleichzeitig schult uns eine Verletzung Geduld und Ausdauer… und du wirst sehen, du wirst viel stärker in den Laufzirkus zurückkehren als du es dir hier und jetzt vorstellen kannst!

      Wir stehen dir immer gerne und jederzeit für Rat und Tat zur Seite und wir freuen uns schon riiiiesig, wenn wir wieder gemeinsam in Laufschuhen unterwegs sind.

      Pass gut auf dich auf und genieß noch die restlichen Feiertage 🙂
      CU 2morrow!

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