Was ein Läuferknie mit Berglauf zu tun hat…

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Die Diagnose “Läuferknie” ist sicherlich nicht die erbaulichste – gerade jetzt, wo ich endlich einen Startplatz für den London Marathon habe. Tja, aber so ist das Läuferleben: es hat auch ‘mal mich erwischt – so wie viele andere Läuferkollegen auch.

Credit: www.gvle.de

Dank der äußerst kompetenten und sehr feinfühligen Arbeit von Univ.Prof. Dr. Christian Fink und seinem Team der sportsclinic in Innsbruck weiß ich jetzt konkret, wo ich dran bin und kann optimistisch nach vorne blicken. Was die Diagnose “Läuferknie” bzw. “Tractussyndrom” bedeutet? Kurz zusammengefasst: Schmerzen im Knie, weil der Tractus iliotibialis– eine Sehnenplatte, die an der

Außenseite des Oberschenkels zum Schienbein verläuft – über die Knochen scheuert, die das Kniegelenk bilden (daher bezeichnet man das Läuferknie auch als Tractus-iliotibialis-Scheuersyndrom oder kurz Tractussyndrom). Das hierdurch strapazierte Gewebe entzündet sich und es tritt ein stechender Schmerz an der Außenseite des Knies auf – zunächst nur beim Bergabgehen oder Laufen und nachfolgend auch beim Gehen.

Durch die Entzündung ist auch in den kommenden 4-6 Woche nicht an ein Training im normalen “Läufersinn” zu denken. Wer mich kennt, weiß aber – ohne Bewegung geht bei mir gar nichts. Gott sei Dank ist bei dieser Verletzung sowie so Training gefragt… aber eben in einer anderen Form. Und das ist die gute Nachricht :-) Es stehen jetzt umfangreiche Stabilisations- und Kraftübungen am Programm, ebenso wie Dehnen, Dehnen, Dehnen. Running Willi brachte auf seinem Blog ein tolles Video, wie dieser Kamerad sich am besten dehnen lässt.

Um die Ausdauer nicht zu verlieren, radle ich durch die Gegend oder quäle unseren Ergometer “Xandl”. Gerade jetzt, bei diesen Temperaturen eine tolle Abwechslung… :-)

Credit: HvB

Doch die schönste und erbaulichste Aussage von Dr. Fink war sicherlich: “Na, dann probieren Sie’s doch mit Berglaufen – da arbeitet Ihr Tractus iliotibialis nur als Beuger – nicht als Strecker – und reibt daher nicht über den Schienbeinkopf.” Gesagt – getan: nach über vier Wochen schnürte ich sofort wieder die Laufschuhe und startete am Fuße des Pyramidenkogels los – nur bergauf!

Als geborene Flachländerin war ich früher nicht gerade der Berglauffan. Aber die unendliche Freude, endlich wieder laufen zu können… egal in welcher Form – überwiegte. Und wer weiß für was es gut ist! Und so rannte ich los und ENDLICH wieder ohne Schmerzen! Doch nur so lange es wirklich stetig bergauf ging… sobald eine kurze flache Passage kam, meldete sich auch schon der liebe Tractus und traktierte mich…

Oben angekommen erwartete mich erwartungsvoll mein lieber Horst mit dem Auto: denn runter laufen ist nicht… “Und, wie geht’s?” rief er mir schon von weitem zu… “SUPER” und weil’s einfach geil war, fuhr er mich wieder hinunter ins Tal und ließ mich am Ausgangspunkt des Wanderweges wieder raus, wo es endlich wieder 2,5km NUR hochging… und so lief ich mit großer Freude wieder dem strahlend blauen Frühlingshimmel entgegen.

Klar – ich habe sämtliche Frühjahrsbewerbe aus meinem Wettkampfkalender gestrichen… das gänzliche Auskurieren der Verletzung steht für mich ganz oben. Und wenn es auch noch so hart ist.. nur die Härtesten kommen durch und wer weiß – wo hin :-)

10000 DANK euch allen, die mir so motivierend und hilfsbereit zur Seite stehen!

Comments
2 Responses to “Was ein Läuferknie mit Berglauf zu tun hat…”
  1. Es scheint, dass niemand von Verletzungen verschont bleibt. Der Bewegungsapparat ist stets gefordert und trifft sogar jene, die sehr bewusst damit umgehen. Auch das gehört zum Läuferleben! Man durchlebt eine Phase des Ärgers, der Wut, oder Verbitterung, um dann aber gestärkt daraus hervorzugehen!

    Dies und vor allem gute Besserung wünsche ich dir – Reinhard

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