Vollkorngebäck im Sportlertest

Brot & Gebäck vom Kärntner Bäcker

Brot und Gebäck zählen zu den wohl wichtigsten Grundnahrungsmitteln eines Ausdauersportlers. Sie enthalten nicht nur wichtige Kohlenhydrate, sondern beliefern uns mit wertvollem Eiweiß, Vitaminen und Ballaststoffen. Je nach Inhaltsstoffen warten sie zusätzlich mit ungesättigten Fettsäuren, Zink, Eisen und Magnesium auf und haben einen geringen Fett- und Zuckeranteil.

Für mich gibt es nichts Schöneres, als nach einer Morgeneinheit ein Frühstück mit herzhaft frischen Gebäck zu genießen. Oder – statt einem süßen Müsliriegel vor dem Training – ein Kornweckerl zu essen. Das liefert mir ausreichend Energie und ES SCHMECKT! Doch Weckerl ist nicht gleich Weckerl: nicht nur, weil jeder Bäcker andere Zutaten verwendet. Wenn jemand – so wie ich – mit Weizenmehl in all seinen Formen auf Kriegsfuß steht, muß man noch genauer auf die zugeführten Inhaltsstoffe schauen. Bei mir kommt daher nur reines Dinkel- oder Roggengebäck ins Körberl. Und wie ich bereits oben anführte, ist es für mich auch ein Powersnack, der nicht all zu lange meinen Magen bzw. meine Verdauung belasten sollte.

WECKERLTEST IN KLAGENFURT

So machte ich mich dieser Tage – passend zur beginnenden Fastenzeit – auf den Weg, um (m)einen WECKERLTEST zu starten. Neben der Prämisse – nur Dinkel bzw. Roggen und hochwertige, für Sportler wichtige Inhaltsstoffe, zog ich auch den regionalen Aspekt in Betracht. Vorgefertigte Backmischungen oder eingefrorene Teiglinge – event. noch mit Zutaten aus Asien, die im Stundentakt aufgebacken werden, fielen gleich in der Vorausscheidung weg. Meine Einkaufstour beschränkte sich auf Bäckereien in der Klagenfurter Innenstadt, die uns täglich mit ihren frisch gebackenen Köstlichkeiten aus ihrer Backstube verwöhnen.

HERE WE GO – in alphabethischer Reihenfolge:

Afritzer Weckerl aus Strobl’s Backstube

Gewichtsmäßig mit 90gr. die “Bombe” unter meinen getesteten Brötchen. Aus reinem Roggenmehl, gespickt mit ganzen Getreidekernen und Sonnenblumenkernen. Saftig und kompakt, aber trotzdem leicht und nicht speckig. Trotz tiefbrauner Farbe hat es keinen  Sauerteiggeschmack. Intensive Gewürzmischungen schmeckt man auch nicht heraus. Vielmehr ist es ein sehr neutraler Genuss, was wiederum kein saures Aufstoßen beim 30 Minuten späteren Ergometertraining verursachte! Es lag mir nicht wirklich im Magen, sondern ich fühlte mich nach gut 15 Minuten soweit bewegungstüchtig.

Auch am nächsten Tag war dieses Weckerl noch immer sehr geschmackvoll und weich. Somit auch zum Mitnehmen auf eine mehrtägige Tour zu empfehlen.

Meine Bewertung: 5 Medaillen

Dinkelweckerl aus der Bäckerei Taumberger

In der Theke sieht jedes Dinkelweckerl tatsächlich anders aus, Gott sei Dank ist aber der Geschmack ident :-). Dieses 70gr. Leichtgewicht hat es aber in sich. Ein großer Biss in dieses Brötchen könnte sich sehr intensiv auf die Kaumuskeln auswirken, daher empfehle ich einen Genuss in kleinen Häbchen. Außen knusprig, innen sehr kompakt und fest, was eben den Effekt des starken Kauens mit sich bringt. Das Dinkelgetreide ist sehr fein geschrottet, aber man riecht förmlich das hochwertige Mehl, begleitet von einem Hauch Anis und Brotgewürzen. Wenn es auch klein aussieht, es macht sich für gut eine halbe Stunde im Verdauungstrakt bemerkbar… unmittelbar nach dem Verzehr loszulaufen ist nicht empfehlenswert. Doch nach gut einer Stunde war ein Ausdauertraining kein Problem – im Gegenteil. Ich hatte ausreichend Energie in mir. Wiederum sehr angenehm: kein saures Aufstossen!

Wer ein Taumberger Dinkelweckerl einen Tag warten lässt, erfahrt trotzdem vollen Geschmack, einzig: es wird trockener und mehr Flüssigkeit neben her lohnt sich.

Meine Bewertung: 4,5 Medaillen

Sportweckerl aus dem Backhaus Walter

Das jüngste Kind aus dem Hause Walter. Die 80gr. schwere Flade unterscheidet sich bereits optisch von den anderen drei Brötchen: da wäre zum einen die Bestreuung mit ganzen Kürbiskernen und zum anderen die sehr flache Form. Beim Hineinbeißen bricht man zuerst durch die knackige, aber nicht zu scharfe Kruste. Innen drin erwartet den Verzehrer ein saftiger, reiner Dinkelvollkornmehl – Teig (ohne Hefe!), gespickt mit ganzen Leinsamen, Amaranth und Brotgewürzen. Es schmeckt nicht zu salzig, aber auch nicht zu neutral. Besonders lecker finde ich die Komposition mit den Kürbiskernen. Und trotz Samen und Kernen fühlt es sich sehr leicht an. Nach dem Verzehr eines halben Weckerls konnte ich vergangenen Samstag problemlos mein Bahntraining laufen -ohne unerwünschten Gebäcknebenwirkungen :-).

Da sie wirklich mein neuer Favorit sind, lege ich mir immer einen kleinen Vorrat an. Was das Frische- bzw. Geschmackserlebnis betrifft: auch am 2. und sogar am 3. Tag blieben sie saftig und verloren nichts von ihrem Geschmack. Sie zu toasten empfehle ich weniger, denn die Kruste wird dann sehr scharf und schneidet am Gaumen.

Einen kleinen Nachteil haben sie aber: es ist schwer sie zu teilen, um sie mit Schinken oder Käse zu belegen. Durch den intensiven Geschmack ist das aber eigentlich gar nicht notwendig… es würde dann wiederum länger im Magen liegen.:-)

Meine Bewertung: 5 Medaillen

Dinkelweckerl vom Wienerroither

Bei jedem Wienerroither Besuch lachen mich die Dinkelherzen an. Die aus reinem Dinkelvollmehl, Salz, Natursauer und etwas Hefe gebackenen 78gr. schweren Brötchen sind vor allem ganz frisch an echter Genuss. Neutral im Geschmack, da keine Gewürze enthalten sind, ist es ideal vor dem Training. Es ist nicht so kompakt, aber dafür leicht und liegt nicht schwer im Magen. Binnen 20 Minuten fühlte ich mich sportklar. Was aber etwas fordert, ist der zusätzliche Wasser- oder Teekonsum. Denn im Vergleich zu den anderen drei Kandidaten war dieses Gebäck das trockenste von allen.  Beim Verzehr während einer Rad- oder Wandertour sollte mit etwas höherem Wasserverbrauch kalkuliert werden.

Was die Haltbarkeit betrifft: schmeckt auch noch am zweiten Tag, aber ist erheblich trockener als frisch aus der Backstube.

Meine Bewertung: 4 Medaillen

Zusammenfassend: alle vier Brötchen sind sehr zu empfehlen, vor allem für den verdienten Genuss nach dem Training. Die Speicher werden dank der hochwertigen und v.a. regionalen Zutaten rasch wieder gefühlt. Was die Anwendung vor und während dem Sport betrifft, gibt es doch einige Unterschiede… aber Gott sei Dank hat jeder andere Ernährungsgewohnheiten :-)

Unsere Bäcker verwöhnen uns wirklich mit tollen Produkten… auch wenn sie vielleicht ein wenig teurer sind, als das Gebäck im Supermarkt – es zahlt sich in vielfacher Hinsicht aus – nicht nur was den Geschmack betrifft! Denn zu Gebäck mit Kärntner Zutaten zu greifen, unterstützt die heimischen Bäuern aber auch unsere Umwelt! Denn es sind weniger Transportwege notwendig, um ein schmackhaftes Essen auf den Tisch zu bringen.

Und für alle, die mehr über Brot erfahren wollen, hier ein weiterer interessanter Link!

In diesem Sinne MAHLZEIT und lasst es euch so richtig schmecken!

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