RUNNING FRIENDS

Credit: REUTERS/Richard Carson

In meinem letzten Blogeintrag habe ich über die US Marathon Trials berichtet. In der weiterführenden Nachberichterstattung fiel mir vor allem der äußerst respektvolle und freundschaftliche Umgang zwischen den beiden großen Konkurrentinnen Shalane Flanagan und Kara Goucher auf. Es imponierte mich! Die beiden können getrost seit Jahren als die zwei der dominierenden Damen in der US-amerikanischen Laufszene bezeichnet werden. Und die Luft ist in diesen Sphären verdammt dünnen. Doch anstatt einander den Erfolg zu neiden, trainieren die beiden Konkurrentinnen seit Herbst gemeinsam. Gegenseitig pushen sie sich Tag für Tag, kennen die andere in- und auswendig.. Sie wissen von einander wie sie reagiert, wenn sie müde werden, wenn sie noch Reserven haben usw. Shalane meinte in einem Interview vor dem großen Ausscheidungsrennen: „ich hoffe so sehr, dass wir es beide die Qualifikation schaffen. Es wäre einfach großartig gemeinsam für die Spiele zu trainieren… es geht einfacher!“

An der Startlinie ist jeder auf sich alleine gestellt. Und er steht dort, weil er genau in diesem Moment seine 100%ige Leistung abrufen möchte. Es geht um Siege und Triumphe. Gleichzeitig wird aber der Trainingspartner und Lauffreund zum Konkurrenten. Wer wird als erster im Ziel sein, wer kann seine Möglichkeiten mehr ausschöpfen? „Everybody wants to cross the line first. But that doesn’t mean you can’t help each other get to that point.“ meinte Kara wenige Wochen vor den Trails. Eine Einstellung, die beide während und nach dem Rennen auch wirklich gelebt haben. Ihre Wünsche gingen in Erfüllung: sie werden in den kommenden Monaten gemeinsam für ihr großes Ziel arbeiten…

Durch den Sport habe ich großartige Menschen kennengelernt und auch zahlreiche Freunde gewonnen. Das Schöne dabei: mit dem Startschuss zu einem Rennen enden diese Freundschaften nicht. Im Gegenteil… sie pushen und helfen! Und das möchte ich in meinem Leben nicht mehr missen. Wie auch bei Kara und Shalane genieße ich es mit LauffreundInnen zu trainieren, uns gegenseitig anzutreiben und die Kurzweilligkeit einer gemeinsamen Einheit zu erleben.

Gemeinsam stärker... Credit: HvB

Außerdem sind es nicht nur die physischen Trainingsreize, die einen weiterbringen… es sind auch der gemeinsame Erfahrungsaustausch und das gegenseitige Helfen und Bewältigen von harten Vorgaben. Eine Schule fürs Leben – die nie endet und unendlich gibt. Sport gibt uns so viel, weit mehr, als nur den gesundheitlichen Aspekt! Wir sollten dieses Geschenk hegen und pflegen – auch im Duell um den Sieg… und nicht in andauernde Rivalität versenken. Damit die Siegesparty am Ende des Tages noch schöner ausfällt… anstatt alleine das Bier zu heben!

Dazu auch ein toller Artikel von Michelle Hamilton „Competition Can Be Kind“

PS: Danke Ulli und Gernot für die tollen gemeinsamen Einheiten… Keep on going… 🙂

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