Feinstaub ADE: laufende Entdeckungsreise in Istrien

Wenn der Nebel tief über dem Klagenfurter Becken hängt, die Temperaturen nicht über +5 Grad hinaus steigen wollen, die Tage fortlaufend kürzer werden… UND mit jedem Tag die Feinstaubwerte in unserer Stadt in die Höhe schnellen, dann fällt selbst mir das Loslaufen vor der Haustüre schwer. Vor allem die aktuelle Luftbelastung machte sich selbst bei meinen aktuell ausschließlich ruhigen Läufen an meinen Schleimhäuten bemerkbar.Welche Auswirkungen erhöhte Feinstaubbelastung auf unsere Gesundheit haben, fast das Umweltbundesamt wie folgt zusammen:

„Zahlreiche Studien haben in den letzten Jahren einen Zusammenhang zwischen der Belastung durch Feinstaub und gesundheitlichen Auswirkungen gezeigt. Diese Auswirkungen reichen von (vorübergehenden) Beeinträchtigungen der Lungenfunktion bis zu zuordenbaren Todesfällen, vor allem aufgrund von Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach einer aktuellen Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört die Außenluftbelastung zu jenen Umwelteinflüssen, die die größten gesundheitlichen Auswirkungen in westlichen Industrieländern verursachen.“ Hier kannst du dich direkt zur Infoseite klicken…

Statt Feinstaub in der Luft, rote Erde unter den Laufschuhen

Und so gab es nur einen Ausweg: ab in Richtung freiem Himmel (leider mit Auto, denn öffentliche Verbindungen sucht man vergeblich 🙁 Aber zumind. ein Auto weniger im belasteten Klagenfurt). Keine zweieinhalb Autostunden später standen wir am nordwestlichen Ende Istriens und ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Und unter unseren Füssen – tiefrote Erde. Jedes Mal freue ich mich auf diesen schönen Kontrast: rot, die Erde, tiefblau, der Himmel, weiß und hellgrau, die Steine und dunkelgrün, die Pinien. Während sich in den Sommermonaten Sonnenanbeter an dieser malerischen Küste nördlich von Umag ihren wohlverdienten Urlaub in den Liegestühlen genießen, präsentiert sich die Region im November wie ausgestorben. Perfekt, um die Laufwege direkt an der Küste zu erkunden.

Als Ausgangspunkt wählten wir auch gleich unsere Bleibe: die Villa Rosetta im kleinen Örtchen Zambratija. By the way: wer sich in diesen verträumten Ort begibt, dem sei diese ruhige Bleibe direkt am Meer, super netten Service inklusive, empfohlen. Und für uns Läufer nicht gerade unwichtig: traumhafte mediterrane Küche… von Nudeln (mit Trüffeln :-)) bis hin zum fangfrischen Fisch… mmmhhhh!

Ausgeschilderte Laufrouten sucht man hier vergeblich, doch für mich passt das perfekt. ENTDECKUNGSREISE war angesagt. Wir starteten den

Kitsch pur... Sonnentankstelle für graue Tage

Spazierweg in Richtung Norden los. Der Pfad führte uns quer durch verlassenen Camping Plätze, die nach einer langen Badesaison die Ruhe genossen. Ein besonderer Anblick: der Leuchtturm von Savudrija, gebaut zu Ehren Kaiser Franz Joseph… Tja, Österreichs Geschichte – sie holt uns immer wieder ein. Im Hafen von Savudrija winkten uns die Fischer, die in ihren Booten die Netze reinigten, lachend zu. Sonne und blauer Himmel schlagen einfach aufs Gemüt… im positiven Sinne. Und dann das Highlight: wir fanden einen Trampelpfad entlang der Steilküste mit traumhaften Blick in Richtung Piran und der italienischen Adriaküste. Die salzige Luft reinigte die Schleimhäute und der Wind trug die letzten Anwandlungen von schlechter Laune davon. Fast schwebend liefen wir zurück ins Hotel, hinein in einen unvergesslichen Sonnenuntergang. Kitschiger ging es wirklich nicht mehr.

Während ich mich unter der Dusche versuchte aufzuwärmen (nach Sonnenuntergang brachten es die Thermometeranzeige gerade einmal auf erfrischende 3 Grad!), meldete sich auch schon der liebe Magen. HUNGER! Und nach einem 90 Minuten Lauf bot uns die Speisekarte im kleinen Restaurant Pergola genau das Richtige: ein traumhaftes Rindersteak vom Rost… Schlemmerherz, was willst du mehr…! Auch das gehört zum Läuferleben 🙂

Als wir nach 48 Stunden Nebel- und Feinstaubpause wieder in unser geliebtes und vertrautes Klagenfurt zurückkehrten, fiel uns das Durchhalten im Grauen zumindest für drei Tage nicht ganz so schwer.

Zur Schonung der Atemwege laufe ich derzeit nur am frühen Morgen. Am Abend quäle ich unseren Ergometer oder widme mich dem Kraft- und Stabitraining… wieder ein guter Einstieg in den Trainingsalltag – denn jetzt, nach 5,5 Wochen Trainingspause, geht es wieder hinein in die Aufbauarbeit… Aber das ist eine andere Geschichte 🙂

3 comments on “Feinstaub ADE: laufende Entdeckungsreise in Istrien

  1. Mahlzeit, ich bin mal so frei und schreibe was auf deiner Seite. Sieht schnieke aus! Ich bin auch seit einige Zeit mit WordPress beschaeftigt verstehe aber noch nicht alle Funktionen. Deine Seite ist mir da immer eine tolle Inspiration. Danke!

    1. Vielen DANK für dein nettes Feedback. Zugegeben: hinter die technischen Raffinessen zu kommen, bedarf Geduld. Aber du wirst sehen… in kürzester Zeit bist du uptodate mit den lieben Bloggertools! 🙂 Viel Spaß und alles Gute!

  2. Das ist ein Ausweg aus der Misere!
    Betreffend Savudrija: Ich dachte ich kenne Kroatien mittlerweile ganz gut. Aber es scheint, dass ich ab der Landesgrenze bisher immer zu spät abgebogen bin. Danke für den Tipp!

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