SALOMON Aktiv Tage und „The spirit of Trailrunning“

Zugegeben: eigentlich reihte ich mich bis vor kurzem als typische Strassenläuferin ein. Auch wenn ich dann und wann einen Abstecher zu einem Berg- oder Crosslauf wagte. Noch dazu als gebürtige Flachländerin kann ich eigentlich nichts mit TRAILRUNNING zu tun haben. Bei den SALOMON Aktiv Tagen vergangene Woche in Kitzbühel wurde ich jedoch eines Besseren belehrt… Denn aus Sicht von Salomon „beginnt Trailrunning dort, wo die Teerstraße aufhört!“ Also sind es nicht nur die extremen Bergläufe oder Ultra-läufe quer durchs Gemüse… schon ein Run übers Kreuzbergl inKlagenfurt oder durch die Prater-Auen in Wien gelten laut Definition als Traillauf.

Der eine oder andere könnte jetzt denken… „Industrie getrieben“. Ich für mich sehe das ein wenig anders:

  1. Simples physikalisches Argument:
    Wer schon mal auf unbefestigten Boden versucht hat Intervalle zu laufen, weiß was ich meine. Es rutscht, es braucht mehr Konzentration. Ein

    Gripp ist gefragt

    leichter Schuh mit einer Extraportion Gripp kann daher nicht schaden. Bei unseren Testläufen rund um den Kitzbüheler Schwarzsee oder am Hahnenkamm zeigte mir wieder den erheblichen Unterschied, wenn der Schuh auf nassem Gras, Schotter und auch Matsch greift. Apropos feuchtes Gras: mit dem neuen Climashield Konzept haben sich die Salomon Entwickler wirklich was Tolles einfallen lassen! Eine entsprechende Membran sorgt im Vorderfußbereich und der Schuhzunge für optimalen Schutz vor Kälte und Nässe, während an den Seiten und im Fersenbereich besonders atmungsaktive, leichte Materialien verwendet wurden. Die neuen Climashield™-Trail Running Schuhe schaffen die Balance aus gutem Schutz, geringem Gewicht und verbesserter Atmungsaktivität sowie eine kürzere Trocknungszeit. Gibt’s bereits in den Modellen XR CROSSMAX NEUTRAL und XR CROSSMAX GUIDANCE sowie die Racing-Modelle SPEEDCROSS 3 und SPIKECROSS.

  2. Back to nature
    Kaum ein Laufweg, wo nicht Autos kreuzen, Radfahrer von hinten wie verrückt klingeln oder Massen an Menschen unterwegs sind. Ein Abstecher auf den nächsten Feldweg oder in den Wald – eine Wohltat. Und diese Sehnsucht treibt nicht nur mich. Viele Sportler wie (noch)Nichtsportler wollen raus ins Grüne. Es beruhigt – nicht nur wegen der wohltuenden Wirkung der Farbe GRÜN, man kann endlich wieder durchatmen. Herrlich. Dank der neuesten Entwicklungen rund um Trailrunning Bekleidung und Equipment sind auch ein verregneter, verschneiter Tag aber auch die Nacht kein Hindernis mehr!
    Erst vor kurzem, während einer harten Trainingswoche, hatte ich einfach die Nase voll. Ich wollte einfach nur weg von den „Speed“-Routen und endlich wieder neues entdecken. Und das, ohne weit wegzufahren. Wer von meinen Klagenfurter Laufkollegen kennt eigentlich den Römersteig oder die Aussicht vom Spitalsberg?
  3. Zeitgeist
    Ausgehend vom oben genannten Trend entwickelt sich viel neues. Nicht nur was Produkte betrifft. Nach und nach rücken Off Road Rennen immer mehr in die Öffentlichkeit. Alljährlich erscheinen neue, verrückte und weniger durchgeknallte Rennen auf den Veranstaltungskalendern. Wobei gleichzeitig Traditionsrennen wie etwa der Jungfrau Marathon in der Schweiz Jahr für Jahr Teilnehmerrekorde verzeichnen. Und die Bahn- und Straßenläufer müssen langsam, aber doch, das Licht des Ruhmes mit Kollegen aus den unterschiedlichsten Off Road Bewerben teilen. Wir können gespannt sein, was da noch auf uns zu kommt. Der Trendforscher Eike Wenzel vom Institut ITZ in Hamburg meinte in einem Interview (gibt’s übrigens in der kommenden LAUFSPORT Marathon Ausgabe zu lesen :-)), dass sich Trailrunning unter anderem verstärkt mit anderen Disziplinen verquicken wird… wir können gespannt sein!
  4. Off- und On Road – absolut kein Widerspruch
    Was ich am eigenen Leib erfahren habe und unsere flotten Laufkollegen aus Ostafrika ständig vorzeigen: Im Gelände zu trainieren ist absolut kein Widerspruch – im Gegenteil. Der Körper muss die Unebenheiten ausbalancieren, was die Koordination trainiert. Was wiederum vor Laufverletzungen schützt. Ein Off-Road Fahrtenspiel macht nicht nur mehr Spaß als auf der Straße, sondern fordert auch die Kraftausdauer.
  5. Offene und herzliche Begegnungen
    Ich kann es noch nicht ganz nachvollziehen warum… aber die läuferischen Begegnungen erlebe ich anders. Auf verlassenen Pfaden scheint

    Jonathan - Spaß beim Laufen und beim Genießen

    leichter ein „Morgen“ oder „Hallo“ über die Lippen zu kommen. Und bei Rennen lässt der „Pace-Druck“ nach. Bei meinem Kitz-Abenteuer durfte ich spannende Bekanntschaften mit begeisterten Geländeläufern machen. Offen und fröhlich diskutierten wir übers Laufen, aber auch über das Leben… ganz ohne Druck und Konkurrenzdenken. Besonders beeindruckte mich Jonathan Wyatt. Einer der wohl erfolgreichsten Bergläufer weltweit, dessen Erfolgsliste ein Link auf jeden Fall wert ist :-). Er gibt sich bescheiden, offen und immer für ein Gespräch bereit. Und – was nach all den Jahren als Läufer für mich besonders schön war – er hat einfach Spaß am Laufen…

Es dürfte doch mehr als nur eine neue Marktlücke dahinter stecken – zumindest aus meiner Sicht. Wobei ich natürlich meine Liebe zum Straßenlauf niemals aufgeben werde… zu sehr fesselt mich der Mythos Marathon. Doch immer wieder den Trail-Spirit zu spüren, zu erleben… das macht mein Läuferleben – facettenreicher, spannender und vor allem bunter!

5 comments on “SALOMON Aktiv Tage und „The spirit of Trailrunning“

  1. Toller Bericht, dem ich inhaltlich voll und ganz zustimme. Vorallem der „Off- & OnRoad“ Teil gefällt mir, und ich durfte heuer selbst miterleben, wie sich Marathonprofis wie Paula Radcliffe und Co auf Trails vorbereiten (http://www.querdenken.at/passion/allgemein/meet-greet-and-run-with-paula-radcliffe/). Neben dem koordinativen Training im Gelände, steht für mich vorallem der Geist im Mittelpunkt. Das viel zitierte Runners High lässt sich auf einsamen Trails, dem Berggrat entlang, etc., einfach nicht vermeiden 😉

    Also raus ins Gelände, die Strassen brauchen wir eh in den düsteren Morgen- & Abendstunden in den Wintermonaten!

    lg,
    Bernd

  2. Das muß ein tolles Erlebnis gewesen sein! Mein lieber Lauffreund Michael Wadl war ja auch dabei. In der wunderbaren Bergwelt, in prominenter Begleitung und das bei traumhaftem Wetter! Was willst du mehr!
    Natürlich hast du dabei vorwiegend Salomon-Produkte getestet. Aber hast du es bereits einmal mit den Five Fingers probiert? Aus eigener Erfahrung sage ich, dass es einen Versuch wert ist, den Wald „natürlich“ zu erlaufen!

    Zum Thema: Trailrunning erlebt einem enormen Zuspruch (siehe Wörthersee-Trail)! Wobei es viele ja bereits tun. Nur eben in normalen Waldläufen. Egal: Hauptsache hinaus in die Natur, die gerade in Kärnten alles bietet was das Herz begehrt!

    1. Ja, lieber Reinhard, das war wirklich eine tolle Sache.

      Was die Natural Running Schuhe betrifft: nein, die hab ich noch nicht ausprobiert… aber bereits mehrmals live gesehen. Wenn ich heuer meinen Marathon hinter mir hab, werde ich diesen Versuch auf jeden Fall starten… lass dich natürlich meine Erfahrungen wissen 🙂

      Und jetzt… wo ich gerade in Berlin bin, bei meinem morgendlichen Trainingslauf durch den Tiergarten bin ich gleich mal auf Trailareal ausgewichen, um den diversen Hindernissen wie eine Horde von Polizeihunde, tobende Radfahrer usw. aus dem Weg zu gehen. Aber das ist eine andere Geschichte…

      Liebe Grüße in die Heimat!
      Edith

      1. Der Neid erfasst mich! Berlin, mein Lieblingsmarathon und mein Startplatz verfällt. Sapperlot! Aber ich ab da eh einen interessanten und unverhofften Ersatz. Demnächst mehr beim SilberLäufer!

        Dir wünsche ich von Herzen alles Gute. Lass es krachen!
        Liebe Grüße AUS der Heimat – Reinhard

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