Rekorde und Freunde…

Der IRONMAN Austria 2011 ist geschlagen.. und wie! Ein Rennen der Rekorde – wobei der Weltrekord von Marino Vanhoenacker besonders herausragt. 7 Stunden, 45 Minuten und 59 Sekunden benötigte er „nur“, um quer durch Kärnten zu schwimmen, zu radeln und zu laufen… WAHNSINN! Ihn am Tag nach dem Rennen – mit all der Freude und Gelöstheit zu sehen, war ein tolles Gefühl.Ich fragte ihn, was ihm auf den letzten 100m durch den Kopf gegangen sei: “ I’m the strongest and fastest Ironman! Ich habe es endlich geschafft!“ Und doch klingt es aus seinem Mund  nicht überheblich – im Gegenteil, fast bescheiden – wie seine Art eben ist. Er durfte endlich die schwer verdienten Früchte der jahrelangen harten und entbehrlichen Arbeit ernten!

Geschafft hatte es aber nicht nur Marino:  auch unsere südamerikanischen IRON-Athleten Santiago und Marialuz. Beide waren nach Klagenfurt gekommen, die Koffer voll mit Zielen, Träumen und Erwartungen. Und doch: das  Rennen hätte für die beiden nicht unterschiedlicher verlaufen können.

Marialuz spulte das Rennen ihres Lebens mit einem ständigen Lächeln herunter. Sie genoss das Bad in der tobende Menge, überall feuerten die Zuschauer die quirlige Athletin an. Und die Reise nach Österreich machte sich für sie mehr als bezahlt: Nach 10 Stunden und 8 Minuten war sie im Ziel, auf den letzten Metern von ihren 4 (!) Kindern begleitet und unterbot damit den bestehenden ecquatorianischen IRONMAN Frauen-Rekord um fast eine Stunde. Im Endklassement belegte sie damit den hervorragenden 7. Platz in ihrer Altersklasse… „Ich bin so unendlich glücklich. Es war so wunderschön!“ schwärmte sie immer und immer wieder. „

Santiago hingegen kämpfte sich von Disziplin zu Disziplin. „Am liebsten hätte ich nach dem Radfahren aufgegeben, aber da wartete mein Sohn Mateo auf mich. Ich sammelte all meine verbliebene Kraft und rannte los,“ erzählte er uns nach dem Rennen. Er hatte bereits im Vorfeld das Rennen seinem Sohn gewidmet und so kämpfte er wie ein ecqadorianischer Stier… Die emotionale Belohnung: gemeinsam, Hand in Hand, lief er mit seinem geliebten Sohnemann nach 9 Stunden und 45 Minuten über die IRONMAN Finishline. Eine unglaubliche Leistung, die mit viel Freude und Hochachtung anerkannt wurde. Ein Sieg über sich selbst, der genauso viel wert ist, wie ein Weltrekord. Vor allem in den Augen eines 14 jährigen Jungen. Zeiten und Platzierungen zählten in diesem Moment nicht – nur das Ankommen!

Dass ein Sieg genauso schön sein kann wie das Gefühl es einfach geschafft zu haben, zeigte sich für mich auch beim IRON GIRL Run am Vortag des IRONMAN. Über 350 laufbegeisterte Damen rannten die 4,2km. Freudentränen beim Zieleinlauf, Gänsehaut Feeling pur… wie die Siegerin Bernadette Schuster bei der Siegerehrung meinte. Besonders in Erinnerung wird mir eine Brasilianische Läuferin bleiben, die als Vorletzte ins Ziel kam. 200m vor dem Ziel meinte sie: „I can’t move on…“ aber unter Anfeuerungsrufen schaffte sie es doch. Ein inniger Hug war das rührende Dankeschön von ihr. Und die gelaufenen Zeiten? Manchmal sollte man ihnen kein Augenmerk schenken… sie sind relativ und schnell vergessen. Was bleibt sind die Eindrücke und Emotionen…

Fremde Freunde werden zu lassen, ihnen die Tür in unsere Welt zu öffnen … das macht dieses Wochenende für mich unvergesslich und gleichzeitig so richtig lebenswert! Und während Rekorde vergänglich sind, können Freundschaften für ewig bestehen… auch mit Rekordhaltern!

One thought on “Rekorde und Freunde…

  1. Das sind wirklich sehr schöne Momente, die sicher dir und all den zufriedenen Teilnehmern in Erinnerung bleiben werden. Es sieht nach unglaublich viel Spaß aus, worum es ja letztlich auch immer geht.

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