Was ich zurücklasse, wenn ich laufe…

1.457 „Gefällt mir“ und 495 Kommentare…mit solch einer Beteiligung haben die Social Media Verantwortlichen von Nike Running wahrscheinlich nicht gerechnet. Doch mit ihrer Fragestellung „Only a runner can understand the freedom one gets from logging a ton of miles. What do you leave behind when you run?“ traffen sie punktgenau in die Läuferseele – gleich ob Anfänger, Genussläufer oder Profi.

Natürlich „gefällt mir“ das, denn genau diese Frage bringt es auf den Punkt! Warum laufen wir auch…

Die einen gehen humorvoll an die Sache ran: „die Cops, dem streunenden Hund, meinem Trainingspartner…“ doch die meisten bringen es ehrlich und echt: Stress (absolute Top-Nennung), Traurigkeit, Schwere, Ärger, Job, Scheidung, Schmerz… und so weiter… Das spannende dabei – die Kommentare kommen von allen herren Ländern… also keine US-Spezies!

Wie ist es mit mir? Mit jedem Laufschritt bewege ich mich vorwärts, laufe Neuem entgegen. Unsere Vorfahren liefen ihrer Nahrung entgegen und dem tötlichen Feind davon. Als Hobbyläufer komme ich meinen Ideen, Zielen, den unterschiedlichsten Menschen und interessantesten Begegnungen, was auch immer – näher. Zurück bleibt das Alte und das kann manchmal ziemlich klebrig sein. Es scheint einem fast wie ein Gummiband zurückhalten zu wollen. Doch mit jedem Laufschritt entkomme ich ihm mehr… herrlich.

Plötzlich finde ich an diesem Kreislauf Gefallen, dieses Wechselspiel aus loslaufen, entdecken und wieder ankommen. Jeder Lauf kann zu einer wunderbaren Entdeckungsreise werden: und selbst wenn es noch so hart ist, die Beine vor Erschöpfung am liebsten stoppen würden, es ist einfach eine neue Erfahrung, ein neuer Reichtum in dieser ganzen Kette… und spätestens beim Nachhause kommen, habe ich die „dark thoughts“ vergessen.

Irgendwann – sei es nach 30 Minuten oder erst nach Stunden – komme ich auch wieder zurück. Was hat sich verändert, wenn ich wieder dieselbe Türe aufsperre, den gleichen Raum betrete? Optisch scheint alles gleich (außer eine Einbrecherbande hat sich über meine Habseeligkeiten hergemacht…) Doch innerlich hat sich einiges getan. All diese Postings beweisen es eindrucksvoll – ich bin kein Spinner… es ist tatsächlich so!

Humorvoll, aber auch nachvollziehbar dargestellt … viel Spaß beim Reinschauen!

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